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Das duale Studium Bauingenieurwesen bildet Ingenieurinnen und Ingenieure aus, die das Fundament unserer gebauten Zivilisation im wortwörtlichen Sinne entwerfen, berechnen und errichten – Brücken und Tunnel, Hochhäuser und Wohnsiedlungen, Straßen und Schienenwege, Kläranlagen und Staudämme, Strukturen also, die Jahrzehnte überdauern, täglich von Millionen Menschen genutzt werden und deren Versagen Menschenleben kosten kann, weshalb kaum ein anderer Ingenieurberuf eine vergleichbare Verbindung aus technischer Präzision, Verantwortungsbewusstsein und gestalterischem Weitblick verlangt. Der Studiengang vermittelt ein umfassendes ingenieurwissenschaftliches Fundament in Technischer Mechanik, Baustatik, Stahlbeton- und Stahlbau, Geotechnik, Wasserbau und Baukonstruktion, verbunden mit planerischen und organisatorischen Kompetenzen in Bauverfahrenstechnik, Baumanagement, Kalkulation und Ausschreibungswesen, Baurecht und Arbeitssicherheit sowie zunehmend relevanten digitalen Fähigkeiten in Building Information Modeling, Finite-Elemente-Berechnung und Bauinformatik – aufgebaut auf dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundgerüst in höherer Mathematik, Physik, Werkstoffkunde und Bauchemie, das die Basis jeder tragwerkplanerischen und bautechnischen Entscheidung bildet. Im Praxisunternehmen – ob Bauunternehmen, Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Tiefbauspezialist, Straßenbauamt, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Projektentwickler oder Bauabteilung eines Industriekonzerns – erleben Studierende den gesamten Lebenszyklus von Bauprojekten aus nächster Nähe: Sie erstellen statische Berechnungen und Bewehrungspläne, begleiten Erdarbeiten und Betonierarbeiten auf der Baustelle, unterstützen die Bauüberwachung und Qualitätskontrolle, kalkulieren Angebote und prüfen Aufmaße, koordinieren Nachunternehmer und wirken an der Abnahme fertiger Bauwerke mit – und erleben dabei, dass Bauingenieurwesen nicht am Schreibtisch endet, sondern auf der Baustelle beginnt, wo Bodenverhältnisse überraschen, Wetter den Zeitplan durchkreuzt, Baumaterial auf Verfügbarkeit geprüft werden muss und die Fähigkeit, unter Zeitdruck und im Zusammenspiel mit Dutzenden Gewerken fundierte technische Entscheidungen zu treffen, den Unterschied zwischen einem erfolgreichen und einem gescheiterten Projekt ausmacht. Gerade das Bauingenieurwesen steht vor einer Dichte an Herausforderungen und Chancen, die den Beruf so relevant macht wie seit dem Wiederaufbau der Nachkriegszeit nicht mehr: Klimaanpassung durch hochwassersichere Infrastruktur und resiliente Stadtplanung, die energetische Sanierung eines Gebäudebestands, der für einen erheblichen Anteil der nationalen CO₂-Emissionen verantwortlich ist, der milliardensschwere Investitionsstau bei Brücken, Straßen und Schienenwegen, die Entwicklung nachhaltiger Bauverfahren mit recyclingfähigen Materialien und reduziertem Betonverbrauch, modulares und serielles Bauen als Antwort auf den Wohnungsmangel sowie die Digitalisierung der gesamten Baubranche, die als eine der letzten großen Industrien den Sprung in die digitale Ära vollzieht, schaffen einen Bedarf an Bauingenieurinnen und Bauingenieuren, der das ohnehin knappe Angebot seit Jahren dramatisch übersteigt.
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