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Das duale Studium Angewandte Hebammenwissenschaft verbindet einen der ältesten und zutiefst menschlichen Gesundheitsberufe mit einer akademischen Qualifikation, die den aktuellen wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Anforderungen an die Geburtshilfe gerecht wird – und setzt damit die gesetzlich verankerte Akademisierung des Hebammenberufs in die Praxis um, die seit dem Hebammenreformgesetz von 2020 den dualen Studienweg als Standard für künftige Hebammen in Deutschland festschreibt. Der Studiengang vermittelt fundiertes Wissen in Geburtshilfe, Schwangerenbetreuung, Wochenbettversorgung und Stillberatung, vertieft durch medizinische Grundlagen in Anatomie, Physiologie, Neonatologie und Pharmakologie sowie wissenschaftliche Kompetenzen in Forschungsmethodik, evidenzbasierter Praxis und klinischer Entscheidungsfindung – ergänzt durch Schwerpunkte in Beratungskommunikation, psychosozialer Betreuung, Ethik und interprofessioneller Zusammenarbeit, die der ganzheitlichen Begleitung von Frauen und Familien in einer der verletzlichsten und bedeutsamsten Lebensphasen gerecht werden. In den umfangreichen Praxisphasen – in Kreißsälen und Geburtshäusern, auf Wochenbettstationen, in Hebammenpraxen und bei freiberuflichen Hebammen – begleiten Studierende Schwangerschaften, leiten eigenständig physiologische Geburten, erkennen und handeln bei Regelwidrigkeiten, betreuen Wöchnerinnen und Neugeborene und erleben die gesamte Bandbreite eines Berufs, in dem kein Tag dem anderen gleicht und in dem die Fähigkeit, in Sekundenbruchteilen zwischen abwartendem Vertrauen in die Natur und entschlossenem klinischen Handeln zu wechseln, über das Wohlergehen von Mutter und Kind entscheidet. Die Akademisierung dieses Berufs ist dabei weit mehr als eine formale Aufwertung: Sie befähigt künftige Hebammen, ihre klinischen Entscheidungen auf dem neuesten Stand der Forschung zu treffen, Versorgungskonzepte kritisch zu evaluieren, an wissenschaftlichen Studien zur Geburtshilfe mitzuwirken und im interprofessionellen Team mit Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und Psychologinnen auf Augenhöhe zu kommunizieren – eine Kompetenz, die in einer Geburtshilfe, die zunehmend zwischen Medikalisierung und Selbstbestimmung, zwischen Interventionsraten und physiologischer Geburt navigieren muss, von unschätzbarem Wert ist.
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