Studieren und gleichzeitig Berufserfahrung sammeln? An einer dualen Hochschule ist genau das möglich. Während deine Freundinnen und Freunde in Hörsälen sitzen und sich Gedanken über die Studienfinanzierung machen, verdienst du bereits dein eigenes Geld und sammelst wertvolle Praxiserfahrung. Klingt zu gut, um wahr zu sein? In diesem Artikel erfährst du, was du über duale Hochschulen wissen musst – von den Voraussetzungen über die verschiedenen Modelle bis hin zu den konkreten Karrierechancen.
Was ist eine duale Hochschule?
Eine duale Hochschule unterscheidet sich fundamental von klassischen Hochschulen und Fachhochschulen. Während du an einer regulären Hochschule hauptsächlich Theorie lernst und vielleicht ein oder zwei Praktika absolvierst, bist du an einer dualen Hochschule von Anfang an in ein Unternehmen eingebunden. Das Besondere: Die Verzahnung von Theorie und Praxis ist nicht optional, sondern Kern des Konzepts. Laut der aktuellen AusbildungPlus-Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gibt es in Deutschland mittlerweile 1.824 duale Studiengänge mit über 113.000 Studierenden (Stand 2025). Diese Zahlen verdeutlichen: Das duale Studium hat sich als feste Größe im deutschen Hochschulsystem etabliert.
Ist eine duale Hochschule eine Fachhochschule?
Diese Frage wird häufig gestellt – und die Antwort ist nuanciert. Es gibt verschiedene Arten von dualen Hochschulen in Deutschland:
1. Eigenständige duale Hochschulen, z. B.:
2. Fachhochschulen mit dualen Studiengängen, z. B.:
- Rund 70 % aller dualen Studiengänge werden an Fachhochschulen angeboten
- Beispiele: Hochschule Niederrhein, TH Mittelhessen, Hochschule Osnabrück
3. Berufsakademien
- Historische Vorläufer der dualen Hochschulen
- Heute noch in Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Saarland und Sachsen
Der entscheidende Unterschied: Eigenständige duale Hochschulen bieten ausschließlich duale Studiengänge an, während Fachhochschulen auch klassische Vollzeit-Studiengänge im Portfolio haben.
4. Private (duale) Hochschulen
Es gibt sowohl private duale Hochschulen als auch private Hochschulen mit dualen Studiengängen. Diese Institutionen sind in der Regel staatlich anerkannt und bieten praxisnahe Modelle, oft mit Unternehmenskooperationen. Hier solltest du jedoch beachten, dass Studiengebühren und anderweitige Kosten höher ausfallen können – prüfe in jedem Falle, inwiefern dein Arbeitgeber diese übernehmen kann.
Es existieren in Deutschland rund 17 private duale Hochschulen oder Berufsakademien, z. B.:
- Internationale Berufsakademie (iba)
- Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Göttingen
- Berufsakademie Nord
- Brüder-Grimm-Berufsakademie Hanau
- Private Berufsakademie Fulda
Ähnliche wie manche öffentliche Hochschulen integrieren private Hochschulen duale Studiengänge in ihr Angebot, z. B.:
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Was bedeutet es, dual zu studieren? Die zwei Hauptmodelle
Du ahnst es bereits: Duales Studium ist nicht gleich duales Studium. Je nach Modell können sich Ablauf, Zielgruppe, Praxisanteil, Abschluss und Belastung teils deutlich unterscheiden.
”Der Fokus des Angebots dualer Studiengänge verschiebt sich weiter in Richtung praxisintegrierende Studiengänge. Der Anteil dieses Formats liegt nun bei 54,3 % (2022: 52,6 %) im Vergleich zu 31 % (2022: 32,5 %) des ausbildungsintegrierenden Formats.”
Grundsätzlich lassen sich duale Studiengänge in mehrere Modelle einteilen – von der klassischen Kombination aus Studium und Ausbildung, für diejenigen, die sich vielleicht schon in einer Ausbildung befinden, bis hin zu Modellen für Berufstätige.
Tabelle 1: Die wichtigsten dualen Studienmodelle im Überblick
Wie läuft ein duales Studium ab?
Die Organisation deines dualen Studiums hängt stark vom gewählten Zeitmodell ab. Je nach Studiengang gibt es zwei typische Modelle:
Im Blockmodell verbringst du mehrere Wochen oder Monate am Stück an der Hochschule und wechselst danach für genauso lange ins Unternehmen. Besonders bekannt ist das 3-Monate-Theorie / 3-Monate-Praxis-Modell, z. B. an der DHBW.
Im Wochenmodell teilst du deine Woche auf, etwa drei Tage im Unternehmen und zwei Tage an der Hochschule. Dadurch bleibst du ständig in beiden Welten, hast aber häufiger Ortswechsel.
Der Alltag fühlt sich eher wie ein strukturierter Vollzeitjob mit Studium an:
- tagsüber Vorlesungen oder Arbeit
- abends Selbststudium oder Prüfungsvorbereitung
- Wochenenden meist frei (Ausnahmen bei Schichtarbeit)
Zwischen Theorie- und Praxisphasen gibt es manchmal 1–3 Übergangstage, um durchzuatmen – lange Pausen sind eher die Ausnahme.
Welchen Abschluss hat man nach einem dualen Studium an einer dualen Hochschule?
Nach erfolgreichem Abschluss eines dualen Studiums erhältst du einen vollwertigen akademischen Grad. Wenn du z. B. einen Bachelorstudiengang studierst, ist der explizite Abschluss von der Fachrichtung abhängig:
- Bachelor of Arts (B.A.): z. B. Wirtschaftswissenschaften, Soziale Arbeit, Gesundheitsmanagement
- Bachelor of Engineering (B.Eng.): z. B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen
- Bachelor of Science (B.Sc.): z. B. Informatik, Angewandte Gesundheitswissenschaften, BWL
Ist man nach einem dualen Studium Akademiker?
Ja, eindeutig! Der Abschluss einer dualen Hochschule ist ein vollwertiger akademischer Grad, der:
✓ Formal gleichwertig zu Uni- und FH-Abschlüssen ist
✓ Zum Master-Studium berechtigt (auch an Universitäten)
✓ Im öffentlichen Dienst zur Laufbahn des gehobenen Dienstes qualifiziert
✓ International anerkannt ist (Bologna-Prozess)
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Du hast es hier im Artikel sicher schon bemerkt: In Deutschland hast du auch die Möglichkeit, ein duales Studium an einer sogenannten Berufsakademie zu absolvieren. Berufsakademien (BA) vergeben in einigen Bundesländern eine "staatliche Abschlussbezeichnung" statt eines Hochschulgrades. Das ist zwar formal kein Hochschulabschluss, wird aber in der Praxis in der Regel gleichgestellt. Seit der Umwandlung vieler BAs in Duale Hochschulen betrifft dies immer weniger Absolvent*innen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was ist eine duale Hochschule?
Eine duale Hochschule ist eine staatliche oder staatlich anerkannte Einrichtung, die akademische Ausbildung mit intensiver betrieblicher Praxis verbindet. Im Unterschied zu klassischen Hochschulen wechseln Studierende regelmäßig zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Partnerunternehmen. Das Studium endet mit einem Bachelor-Abschluss und umfasst meist drei Jahre bei praxisintegrierenden oder 3,5-4,5 Jahre bei ausbildungsintegrierenden Modellen. Die größte duale Hochschule Deutschlands ist die DHBW in Baden-Württemberg mit rund 31.000 Studierenden an verschiedenen Standorten.
Ist eine duale Hochschule eine Fachhochschule?
Nein, nicht zwingend. Es gibt eigenständige duale Hochschulen wie die DHBW, DHGE oder DHSH, die ausschließlich duale Studiengänge anbieten. Daneben bieten auch viele Fachhochschulen duale Studiengänge an – etwa 70 % aller dualen Studiengänge in Deutschland werden an Fachhochschulen durchgeführt. Der Unterschied: Fachhochschulen haben auch reguläre Vollzeit-Studiengänge im Programm, während eigenständige duale Hochschulen sich komplett auf das duale Format spezialisiert haben. Beide Abschlüsse sind jedoch in der Regel gleichwertig.
In welchen Bundesländern gibt es duale Hochschulen?
In allen 16 Bundesländern gibt es Angebote für duales Studium, allerdings mit unterschiedlichen Strukturen. Eigenständige duale Hochschulen existieren in Baden-Württemberg (DHBW), Thüringen (DHGE), Schleswig-Holstein (DHSH) und seit 2025 in Sachsen (DHSN). In anderen Bundesländern wie Bayern, Hessen oder Rheinland-Pfalz gibt es Dachmarken oder Verbünde von Fachhochschulen, die duale Studiengänge anbieten.
Was bedeutet es dual zu studieren?
Dual studieren bedeutet, Theorie und Praxis systematisch zu verzahnen. Du schließt einen Vertrag mit einem Unternehmen ab und wechselst regelmäßig zwischen Lernphasen an der Hochschule und Arbeitsphasen im Betrieb. Dabei gibt es zwei Hauptmodelle: Beim praxisintegrierenden Studium sammelst du Berufserfahrung und erhältst einen Bachelor-Abschluss. Beim ausbildungsintegrierenden Studium machst du parallel eine klassische Berufsausbildung und erwirbst zwei Abschlüsse: einen Berufsabschluss (z. B. IHK-Zeugnis) und einen Bachelor. In beiden Fällen wirst du vom Unternehmen vergütet, meist mit 700-1.400 Euro monatlich.
Welchen Abschluss hat man nach einem dualen Studium an einer dualen Hochschule?
Nach erfolgreichem Abschluss eines Bachelor-Studiengangs erhältst du einen vollwertigen, staatlich anerkannten Bachelor-Grad – je nach Studiengang Bachelor of Arts (B.A.), Bachelor of Engineering (B.Eng.) oder Bachelor of Science (B.Sc.). Dieser Abschluss ist formal gleichwertig mit Bachelor-Abschlüssen von Universitäten und Fachhochschulen, berechtigt zum Masterstudium und ist international anerkannt. Beim ausbildungsintegrierenden Studium erhältst du zusätzlich einen Berufsabschluss nach IHK- oder HWK-Standard, beim trialen Studium sogar drei Abschlüsse (Geselle, Meister, Bachelor).
Quellen & weiterführende Informationen
- Bundesinstitut für Berufsbildung (2025): AusbildungPlus – Duales Studium in Zahlen 2024.
- Bundesministerium für Bildung und Forschung (2022): Duales Studium: Umsetzungsmodelle und Entwicklungsbedarfe – Kurzbericht.
- CHE Centrum für Hochschulentwicklung (2024): CHECK Duales Studium in Deutschland.


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