headerheader
| Duration: 7:00 min.

Duales Studium: Der ultimative Guide (2026)

Was ist ein duales Studium? Modelle, Voraussetzungen, Gehalt & Studiengänge einfach erklärt – der große Guide 2026.

Studieren und arbeiten – gleichzeitig? Geld verdienen, Praxiserfahrung sammeln und trotzdem einen Hochschulabschluss machen? Genau das steckt hinter dem dualen Studium. Vielleicht hast du den Begriff schon mal gehört. Vielleicht klingt er für dich nach „mega anstrengend“ oder nach der perfekten Mischung aus Studium und Job. Fakt ist: Das duale Studium gehört derzeit zu den beliebtesten Studienmodellen in Deutschland – und das aus gutem Grund. Denn es verbindet Theorie mit Praxis im Unternehmen und bereitet dich konkret auf den Berufseinstieg vor.

 

Aber: Ein duales Studium ist nicht für jede*n automatisch die beste Wahl. Der Zeitaufwand ist hoch, die Abläufe sind klar geregelt – dafür bekommst du oft ein monatliches Gehalt, wertvolle Berufserfahrung und sehr gute Chancen auf eine Übernahme nach dem Abschluss. In diesem Guide erfährst du verständlich und Schritt für Schritt:

  • was ein duales Studium genau ist

  • wie es abläuft und welche Modelle es gibt

  • welche Studiengänge du dual studieren kannst

  • welche Voraussetzungen du mitbringen solltest

  • und vor allem: ob ein duales Studium wirklich zu dir passt.

 

Egal, ob du gerade dein Abitur machst, dich beruflich orientierst oder nach einer Alternative zum klassischen Studium suchst – dieser Guide hilft dir, eine fundierte Entscheidung für deine Zukunft zu treffen.

Was ist ein duales Studium? – Einfach erklärt

Ein duales Studium ist in der Regel ein Studienmodell, bei dem du an einer Hochschule studierst und gleichzeitig fest in einem Unternehmen oder einer Einrichtung arbeitest. Theorie und Praxis sind dabei kein Extra, sondern fest miteinander verzahnt und von Anfang an Teil deines Studienplans. Kurz gesagt: Du kannst also Student*in und Mitarbeiter*in zugleich sein. 

”Im Wintersemester 2023/24 gab es in Deutschland 141.733 dual Studierende. Die Zahl der dual Studierenden in Deutschland ist in den vergangenen Jahren gestiegen: Im Wintersemester 2017/18 waren dagegen erst 114.833 dual Studierende an deutschen Hochschulen bzw. Berufsakademien eingeschrieben.”

CHE Centrum für Hochschulentwicklung, 2025

Im Unterschied zum klassischen Studium sitzt du also nicht nur im Hörsaal, sondern wendest dein Wissen regelmäßig direkt im Arbeitsalltag an – meist mit Arbeits- oder Ausbildungsvertrag und monatlicher Vergütung.

Das Grundprinzip des dualen Studiums

Das duale Studium basiert in der Regel auf mindestens zwei Lernorten:

  • Hochschule oder Berufsakademie → hier lernst du die Theorie 

  • Unternehmen oder Einrichtung → hier sammelst du praktische Berufserfahrung 
     

Beide Seiten arbeiten – idealerweise – eng zusammen. Inhalte aus dem Studium sind auf die Praxis abgestimmt, und umgekehrt fließen Erfahrungen aus dem Betrieb wieder in Vorlesungen, Projekte und Prüfungen ein. Beim ausbildungsintegrierenden dualen Studium gehört meist auch die Berufsschule dazu, weil du ja eine volle duale Berufsausbildung machst.

Spannend ist tatsächlich, dass Berufsakademien in Deutschland eigentlich keinen formalen Hochschulstatus haben und dadurch rechtlich nicht als Hochschulen gelten. Dennoch dürfen sie auf Grundlage eines Beschlusses der Kultusministerkonferenz akademische Grade verleihen, z. B. Bachelor oder Master.

Wie funktioniert ein duales Studium?

Ein duales Studium folgt keinem klassischen Semesterablauf mit langen Semesterferien, wie du es vielleicht von Freund*innen oder Bekannten kennst. Stattdessen wechselst du in der Regel regelmäßig zwischen Theorie- und Praxisphasen:

Blockmodell

mehrere Wochen oder Monate Hochschule, dann mehrere Wochen Betrieb

Wochenmodell

z. B. 2 Tage Hochschule, 3 Tage Unternehmen pro Woche

Der Praxisanteil ist häufig deutlich höher als in einem normalen Studium – über den gesamten Studienverlauf gerechnet, oft mindestens ein Jahr echte Berufspraxis. 

Ist ein duales Studium anstrengender als ein normales Studium?

So attraktiv das Modell ist: Ein duales Studium verlangt dir auch einiges ab. Typische Herausforderungen können beispielsweise sein:

  • Hohe zeitliche Belastung, da Studium und Arbeit parallel laufen
  • Kaum klassische Semesterferien
  • Weniger Flexibilität, z. B. bei einem Studiengang- oder Ortswechsel
  • Starke Selbstorganisation und gutes Zeitmanagement sind Pflicht

Ein duales Studium passt besonders gut zu dir, wenn du praxisnah lernen, früh Verantwortung übernehmen und finanziell unabhängiger studieren möchtest. Außerdem bist du damit in der Regel bereits sehr gut für den Berufseinstieg aufgestellt – nicht selten werden duale Studierende von ihren Unternehmen auch direkt übernommen. 

Welche Arten vom dualen Studium gibt es?

Du ahnst es bereits: Duales Studium ist nicht gleich duales Studium. Je nach Modell können sich Ablauf, Zielgruppe, Praxisanteil, Abschluss und Belastung teils deutlich unterscheiden. Genau deshalb ist es für dich wichtig, die verschiedenen Formen des dualen Studiums zu kennen, bevor du dich bewirbst.

”Der Fokus des Angebots dualer Studiengänge verschiebt sich weiter in Richtung praxisintegrierende Studiengänge. Der Anteil dieses Formats liegt nun bei 54,3 % (2022: 52,6 %) im Vergleich zu 31 % (2022: 32,5 %) des ausbildungsintegrierenden Formats.”

Bundesinstitut für Berufsbildung, 2025

Grundsätzlich lassen sich duale Studiengänge in mehrere Studium-Arten einteilen – von der klassischen Kombination aus Studium und Ausbildung, für diejenigen, die sich vielleicht schon in einer Ausbildung befinden, bis hin zu Modellen für Berufstätige.

Tabelle 1: Die wichtigsten dualen Studienmodelle im Überblick

Modell

Für wen zum Beispiel  geeignet?

Praxisform

Abschluss

Status

Ausbildungs- integrierend

in der Regel Schul- abgänger*innen

Berufs- ausbildung + Studium

Berufs- abschluss + akademischer Abschluss

Ausbildungs- vertrag + Gehalt

Praxis- integrierend / kooperativ

in der Regel Schul- abgänger*innen

Studium + Praxisphasen im Betrieb

Akademischer Abschluss

Arbeits- oder Praktikumsvertrag

Berufs- integrierend

Berufstätige mit Ausbildung

Bestehender Job wird ins Studium integriert

Akademischer Abschluss

Angestellt

Berufs- begleitend

Berufstätige

Job + Studium parallel

Akademischer Abschluss

Angestellt

Ausbildungsintegrierendes duales Studium (Studium mit Ausbildung)

Das ausbildungsintegrierende duale Studium ist vermutlich das Modell, das du mit “Duales Studium” tendenziell am ehesten assoziierst. Hier kombinierst du:

  • ein Studium (z. B. einen Bachelorstudiengang).

  • mit einer vollwertigen Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf.
     

Das Besondere: Mit erfolgreichem Abschluss hast du direkt zwei Abschlüsse in der Tasche – zum einen den Berufsabschluss (staatlich anerkannt, z. B. durch IHK/HWK) und zum anderen einen akademischer Abschluss (z. B. Bachelor). Besonders praxisnah bleibt es aufgrund in der Regel drei verschiedenen Lernorten im Block- oder Wochenmodell:

  • Hochschule/Berufsakademie

  • Ausbildungsbetrieb

  • Berufsschule

Praxisintegrierendes (kooperatives) duales Studium

Beim praxisintegrierenden dualen Studium steht das Studium im Mittelpunkt – ergänzt durch umfangreiche Praxisphasen, allerdings ohne zusätzliche Berufsausbildung. Das bedeutet also (im Gegensatz zum ausbildungsintegrierenden dualen Studium), dass du hierbei meist keinen zusätzlichen staatlich anerkannten Berufsabschluss absolvierst, sondern lediglich den Bachelorabschluss bzw. einen Masterabschluss, falls du einen dualen Master studierst.

Besonderheiten:

  • Du schließt mit einem Abschluss ab (z. B. Bachelor).

  • Du pendelst in der Regel zwischen zwei Standorten: Hochschule + Unternehmen.

  • Praxisphasen möglich über: Arbeitsvertrag, Praktikantenvertrag oder Studien- oder Volontariatsvertrag.
     

Berufsintegrierendes duales Studium

Das berufsintegrierende duale Studium richtet sich häufig an Menschen, die bereits im Beruf stehen, oft mit abgeschlossener Ausbildung. Dieses Modell ist in der Praxis meist eher als Weiterbildung als Erstausbildung gedacht.

Besonderheiten:

  • Du bleibst angestellt.

  • Deine bestehende Tätigkeit wird ins Studium eingebunden.

  • Projektarbeiten oder Praxisphasen finden im eigenen Unternehmen statt.

Berufsbegleitendes duales Studium

Beim berufsbegleitenden dualen Studium arbeitest du meist normal weiter, während du parallel studierst. Deine Veranstaltungen des Studiums, wie z. B. Vorlesungen, nimmst du dadurch in der Regel abends, am Wochenende oder abgesprochen mit dem Arbeitgeber in Blockwochen wahr.

Besonderheiten:

  • Du bleibst angestellt.

  • Deine bestehende Tätigkeit besteht neben dem Studium parallel.

  • Projektarbeiten oder Praxisphasen finden häufig im eigenen Unternehmen statt.

header

Weitere Informationen

Vor- & Nachteile des dualen Studiums

Welche Studiengänge kann man dual studieren?

Die Qual der Wahl: Ein duales Studium kann mittlerweile unglaublich vielseitig sein – fast jeder praxisnahe Studiengang kann heute dual absolviert werden. Bundesweit gibt es über 1.800 duale Studiengänge, vor allem Bachelorprogramme in Wirtschaft, Technik, IT, Gesundheit und Sozialwesen.

“Zu den beliebtesten Fächergruppen im dualen Studium gehören die Wirtschafts- und Rechts-, sowie die Ingenieurwissenschaften. Ein wachsender Anteil an dual Studierenden ist aber auch in den Gesundheitswissenschaften zu finden.” 

CHE Centrum für Hochschulentwicklung, 2024

Ob du klassische Karrierewege beschreiten willst oder kreative und unkonventionelle Fächer suchst – es gibt quasi Angebote für jede*n.

Wirtschaft & Management

Die beliebtesten Bereiche sind häufig Wirtschaft & Management. Hier stehen Bachelorprogramme wie BWL, Wirtschaftsinformatik, Marketing, Sport- oder Tourismusmanagement im Fokus. 

 

  • Betriebswirtschaftslehre (BWL), z. B. Digital Business, Handel, Food Management

  • Wirtschaftsinformatik, Marketing, Sportmanagement, Tourismusmanagement

  • Praxispartner: Unternehmen aus Handel, Industrie oder Verwaltung

Tabelle 2: Beispiele für duale Studiengänge in Wirtschaft & Management

Studiengang

Standort/Unternehmen

Bundesland

BWL/ International Business

Volkswagen (Wolfsburg), medi GmbH (Bayreuth)

Niedersachsen, Bayern

Industrial Management

Vaillant Group (Remscheid), DHBW Stuttgart

NRW, Baden-Württemberg

Digital Business Management

DHL (Bonn), PwC (verschiedene Städte)

z. B. Nordrhein-Westfalen

Technik & Ingenieurwesen

Wer sich für Technik und Ingenieurwesen interessiert, findet duale Studiengänge z. B. in Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Bau- oder Wirtschaftsingenieurwesen. Diese Fächer sind bei Unternehmen sehr gefragt, zum Beispiel bei der Deutschen Bahn oder STIEBEL ELTRON.

  • Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen, Bauingenieurwesen

  • Praxispartner: z. B. Deutsche Bahn, STIEBEL ELTRON, lokale Ingenieurbüros

  • Hohe Nachfrage, besonders bei innovativen Firmen

Tabelle 3: Beispiele für duale Studiengänge in Technik & Ingenieurwesen

Studiengang

Standort/Unternehmen

Bundesland

Maschinenbau

STIEBEL ELTRON (Holzminden), Airbus (Hamburg)

Niedersachsen, Hamburg

Elektrotechnik

Siemens (München), Deutsche Bahn (Berlin)

Bayern, Berlin

Wirtschafts- ingenieurwesen

Bosch (Stuttgart), Thyssenkrupp (Essen)

Baden-Württemberg, NRW

IT & Digital

Auch im Bereich IT und Digital gibt es zahlreiche Angebote: Neben klassischer Informatik und Wirtschaftsinformatik werden Studiengänge in Cyber Security oder Digital Business angeboten. Du arbeitest hier eng mit Unternehmen zusammen, die digitale Prozesse, IT-Sicherheit oder Softwareentwicklung praktisch umsetzen – ideal für alle, die praxisnah programmieren, Systeme analysieren oder Projekte managen möchten.

  • Informatik, Wirtschaftsinformatik, Cyber Security, Digital Business

  • Praxisnah: Programmierung, IT-Security, Datenanalyse, Projektmanagement

  • Unternehmen: Siemens Healthineers, Logicalis, Startups im Tech-Bereich

Tabelle 4: Beispiele für duale Studiengänge in IT & Digital

Studiengang

Standort/Unternehmen

Bundesland

Informatik

ITZBund (Köln), Logicalis (Bonn)

NRW

Wirtschaftsinformatik

SAP (Walldorf), T-Systems (Frankfurt)

Baden-Württemberg, Hessen

Cyber Security

Bundesdruckerei (Berlin), Deutsche Telekom (Darmstadt)

Berlin, Hessen

Gesundheit & Soziales

Im Gesundheits- und Sozialwesen bietet das duale Studium ebenfalls spannende Möglichkeiten. Typische Studiengänge sind Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Kindheitspädagogik, Pflege oder Gesundheitsmanagement. Praxispartner sind hier zum Beispiel Kitas, Jugendhilfeeinrichtungen, Krankenhäuser oder Gesundheitsorganisationen. 

  • Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Kindheitspädagogik

  • Praxisnah: Pflege, Gesundheitsmanagement, Physiotherapie

  • Praxispartner: Kitas, Jugendhilfe, Kliniken, Gesundheitsorganisationen

Tabelle 5: Beispiele für duale Studiengänge in Gesundheit & Soziales

Studiengang

Standort/Unternehmen

Bundesland

Soziale Arbeit

IU Duales (Düsseldorf), HS Neubrandenburg

NRW, Mecklenburg-Vorpommern

Kindheitspädagogik

DHBW Stuttgart, Rauhes Haus (Hamburg)

Baden-Württemberg, Hamburg

Gesundheitsmanagement

Helios Kliniken (Berlin), AOK (verschiedene)

Berlin

Verwaltung & Recht

Wer sich für den öffentlichen Dienst oder Verwaltung interessiert, kann dual in Behörden wie Finanzamt, Polizei oder Stadtverwaltung einsteigen – Theorie und Praxis sind hier eng verzahnt.

  • Öffentlicher Dienst, Polizei, Finanzamt

  • Praxisintegriert: Verwaltungspraxis, Projektarbeit, Behördenalltag

Tabelle 6: Beispiele für duale Studiengänge in Verwaltung & Recht

Studiengang

Standort/Unternehmen

Bundesland

Verwaltungs-wissenschaften

Finanzamt (NRW, z.B. Düsseldorf), Polizei NRW

NRW

Sozialversicherung

BG BAU (Hannover), DRV (Würzburg)

Niedersachsen, Bayern

Öffentliche Verwaltung

Bundesverwaltung (Bonn), Land Baden-Württemberg

NRW, Baden-Württemberg

Kreative duale Studiengänge

Darüber hinaus gibt es auch kreative und eher unbekannte duale Studiengänge, die Design, Medien oder Eventmanagement mit Praxis verbinden. Beispiele sind Mediendesign, Game Design, Kommunikationsdesign, Event- und Kulturmanagement oder Produkt- und Industriedesign. Diese Studiengänge sind tendenziell seltener, bieten aber die Möglichkeit, frühzeitig praktische Erfahrung in Projekten oder bei Unternehmen zu sammeln.

  • Mediendesign (B.A.): Grafik, UX/UI, Motion Design, App-Entwicklung – z. B. DHBW Ravensburg, IU Berlin/Köln

  • Game Design / Game Engineering (B.Sc.): Spielekonzeption, 3D-Animation – FH Wedel, HM Köln

  • Kommunikationsdesign / Grafikdesign (B.A.): Corporate Design, Webdesign – FHM, IU

  • Event- & Kulturmanagement, Produkt-/Industriedesign, Filmmusik / Sound Design – tendenziell eher selten, aber möglich an privaten Hochschulen

Tabelle 7: Beispiele für kreative duale Studiengänge

Studiengang

Standort/Unternehmen

Bundesland

Mediendesign

DHBW Ravensburg, IU (Berlin)

Baden-Württemberg, Berlin

Game Design

HM Köln, Mediadesign HS (Berlin)

NRW, Berlin

Eventmanagement

FHM (Hamburg/Köln), DHBW Heilbronn

Hamburg, NRW

Duales Studium international & im Ausland

Du möchtest deinen Werdegang internationaler ausrichten? Studiengänge wie International Business, International Management oder Global Studies können Fremdsprachen, Auslandssemester und Praxis bei globalen Unternehmen integrieren. Ein vollständig duales Studium im Ausland ist in Deutschland selten, einzelne Programme in den Niederlanden, Österreich oder der Schweiz ermöglichen jedoch ähnliche Modelle.

  • Internationale Studiengänge: International Business, International Management, Global Studies – Fremdsprachen & Auslandssemester üblich

  • Praktika im Ausland: In Praxisphasen bei global agierenden Firmen (z. B. BMW, Porsche)

  • Komplettes duales Studium im Ausland: Selten, meist sogenannte „twin studies“ in den Niederlanden, der Schweiz oder Österreich; meist ohne festen Ausbildungsvertrag

Tabelle 8: Beispiele für internationale duale Studiengänge

Studiengang

Standort/Unternehmen

Bundesland

International Business

Schwarz Group (Neckarsulm), BASF (Ludwigshafen)

Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz

Internationales Management

Volkswagen (Wolfsburg), ISM (Dortmund)

Niedersachsen, NRW

Global Business

Schüco (Bielefeld), RATIONAL AG (Landsberg)

NRW, Bayern

header

Weitere Informationen

Bewerbungsschreiben

Welche Voraussetzungen braucht man für ein duales Studium?

Jetzt geht’s ans Eingemachte: Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen, wenn du dich für ein duales Studium entscheidest?
Im ersten Schritt solltest du mindestens die Website deiner anvisierten Hochschulen checken – für den Fall, dass für deinen Wunschstudiengang bestimmte Regelungen gelten. Entscheidend sind jedoch in der Regel drei Dinge: dein Schulabschluss, ein Praxisvertrag mit einem Unternehmen und deine persönliche Eignung bzw. Motivation. Spoiler: Noten spielen dabei meist eine tendenziell untergeordnete Rolle.

Duales Studium mit Abitur oder Fachabitur

Mit dem Abitur (allgemeine Hochschulreife) hast du die besten Chancen und die größte Auswahl: Du kannst dich bundesweit für alle dualen Studiengänge bewerben – an Fachhochschulen, dualen Hochschulen, Berufsakademien und teilweise sogar an Universitäten (auch wenn dies eher die Ausnahme ist). 
 

Mit Fachabitur (Fachhochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife) ist ein duales Studium ebenfalls problemlos möglich, allerdings meist an Fachhochschulen, dualen Hochschulen oder privaten Hochschulen. Es kann durchaus sein, dass der Studiengang fachlich gebunden ist, z. B. technisches Fachabitur für Ingenieurstudiengänge oder wirtschaftliches Fachabitur für BWL. In vielen Bundesländern wie NRW, Bayern oder Hessen reicht das Fachabitur für nahezu alle dualen FH-Studiengänge aus. In Baden-Württemberg (z. B. an der DHBW) ist manchmal eine zusätzliche Deltaprüfung nötig, um die allgemeine Hochschulreife nachzuweisen.

Duales Studium ohne Abitur – geht das?

Ja, ein duales Studium ohne Abitur kann für dich möglich sein. Seit dem KMK-Beschluss von 2009 haben beruflich Qualifizierte bundesweit Zugang zu Hochschulen.

"Der entsprechende Beschluss der Kultusministerkonferenz aus dem März 2009 ist ein Beitrag zur Stärkung der Bildungsmobilität in Deutschland. Die Länder verfügen damit über eine gemeinsame Basis zur gegenseitigen Anerkennung der Hochschulzugangsberechtigungen beruflich Qualifizierter, die an die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen gebunden ist, ohne länderspezifische Ausprägungen auszuschließen."

Kultusministerkonferenz (KMK), 2009

Typische Wege ohne Abi können sein:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung (mind. 2–3 Jahre)
  • Mehrjährige Berufserfahrung im passenden Bereich
  • Oder ein Fortbildungsabschluss wie Meister, Techniker, Fachwirt oder Betriebswirt

Je nach Hochschule bzw. Bundesland kann zusätzlich eine Eignungsprüfung, ein Probestudium oder ein Assessment verlangt werden – vor allem, wenn Studium und Ausbildung fachlich nicht exakt zusammenpassen. Besonders offen sind Bundesländer wie NRW, Berlin oder Brandenburg. In Bayern und Baden-Württemberg sind die Regelungen meist strenger, aber nicht unmöglich. Weitere Infos zum Studium ohne Abitur findest du in unserem dazugehörigen Guide hier.

Der wichtigste Punkt: der Praxisvertrag

Unabhängig vom Schulabschluss gilt: Ohne Praxisvertrag kein duales Studium. Du brauchst in der Regel einen Ausbildungs-, Studien- oder Praktikumsvertrag mit einem Unternehmen oder einer sozialen Einrichtung. Erst damit kannst du dich an der Hochschule immatrikulieren.

 

In der Praxis entscheidet meist das Unternehmen, nicht die Hochschule:

  • Motivation
  • Persönlichkeit
  • Praktika oder Nebenjobs
  • Auftreten im Bewerbungsgespräch

sind oft wichtiger als perfekte Zeugnisse. Auch deine Hochschule kann im Zweifelsfall Tipps und Ratschläge zu Unternehmen geben. Wichtig ist in der Regel, dass du mit dem jeweiligen Unternehmen eine schriftliche Vereinbarung trifft, in Form eines Vertrages. Für praxisintegrierte duale Studiengänge stellt dir das Bundesministerium des Innern (BMI) einen Mustervertrag zur Verfügung, den du hier sowohl für Unternehmen in Bachelor- als auch in Masterstudiengänge downloaden und nutzen kannst.

NC im dualen Studium – wie wichtig sind Noten wirklich?

Der Numerus Clausus (NC) spielt im dualen Studium kaum eine Rolle. Über 90 % der dualen Studienplätze haben keinen NC, weil die Auswahl über Unternehmen läuft – nicht über zentrale Vergabeverfahren wie bei klassischen Studiengängen.
 

Wo es trotzdem einen NC geben kann:

  • Bei sehr beliebten Fächern wie BWL
  • Bei hochschulgebundenen dualen Studiengängen ohne festen Praxispartner
  • Teilweise an staatlichen Hochschulen.

Selbst dort liegt der NC häufig bei 2,5–3,0 und ist oft flexibel durch Tests, Wartesemester oder Auswahlgespräche. Viele Unternehmen setzen interne Mindestnoten (z. B. 2,8), achten aber stärker auf:

  • Motivation
  • Zuverlässigkeit
  • Praxiserfahrung
  • Soft Skills.
     

Urlaub, Ferien & Alltag im dualen Studium

Bei der konkreten Planung fragen sich einige nun zu Recht: Hat man im dualen Studium überhaupt Ferien? Wie viel Urlaub steht mir zu? Und wie fühlt sich der Alltag wirklich an? Die kurze Antwort, die wir dir geben können: Ein duales Studium ist in der Regel stärker durchgetaktet als ein normales Studium – dafür aber planbar, bezahlt und eben sehr praxisnah.

Hat man im dualen Studium Semesterferien?

Nein – im dualen Studium gibt es keine klassischen Semesterferien wie im Vollzeitstudium. Der Grund: Studium und Arbeit sind lückenlos miteinander verzahnt. Während andere Studierende in der vorlesungsfreien Zeit Urlaub machen oder jobben, bist du im dualen Studium in der Regel im Unternehmen eingesetzt. Die sogenannten „Semesterferien“ sind für dich Praxisphasen mit regulärer Arbeitszeit. Das bedeutet aber nicht, dass du nie frei hast – dein Urlaub läuft nur anders.

Wie viel Urlaub hat man im dualen Studium?

Dein Urlaubsanspruch richtet sich in der Regel nicht nach Hochschulrecht, sondern nach dem Arbeitsrecht und deinem Vertrag mit dem Praxisunternehmen. Gesetzlich stehen dir mindestens 20 Urlaubstage pro Jahr bei einer 5-Tage-Woche zu (bzw. 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche). In der Praxis sind jedoch 25 bis 30 Tage sehr häufig – vor allem bei tarifgebundenen Unternehmen oder im öffentlichen Dienst. Wichtig zu wissen: Urlaub kannst du häufig nur in Praxisphasen nehmen, da während der Theoriephasen an der Hochschule in der Regel Anwesenheitspflicht besteht. 

Nach den ersten sechs Monaten hast du Anspruch auf den vollen Jahresurlaub, davor anteilig. Wer unter 18 ist, bekommt zusätzlich Jugendschutzurlaub.

Viele Unternehmen gewähren außerdem zusätzliche Benefits  – frag hier am besten noch vor Vertragsabschluss nach, z. B.:

  • Sonderurlaub (z. B. bei Umzug oder Hochzeit)

  • vereinzelt Lernurlaub vor Prüfungen

  • oder einen kleinen Ausgleich durch Überstundenabbau.

Wie sieht der Alltag im dualen Studium aus?

Der Alltag im dualen Studium ist klar strukturiert – ein klassisches „Studentenleben“ mit spontanen freien Wochen gibt es eher nicht. Stattdessen wechselst du regelmäßig zwischen Hochschule und Unternehmen. Je nach Studiengang gibt es zwei typische Modelle:

Im Blockmodell verbringst du mehrere Wochen oder Monate am Stück an der Hochschule und wechselst danach für genauso lange ins Unternehmen. Besonders bekannt ist das 3-Monate-Theorie / 3-Monate-Praxis-Modell, z. B. an der DHBW.

Im Wochenmodell teilst du deine Woche auf, etwa drei Tage im Unternehmen und zwei Tage an der Hochschule. Dadurch bleibst du ständig in beiden Welten, hast aber häufiger Ortswechsel.

Der Alltag fühlt sich eher wie ein strukturierter Vollzeitjob mit Studium an:

  • tagsüber Vorlesungen oder Arbeit

  • abends Selbststudium oder Prüfungsvorbereitung

  • Wochenenden meist frei (Ausnahmen bei Schichtarbeit)

Zwischen Theorie- und Praxisphasen gibt es manchmal 1–3 Übergangstage, um durchzuatmen – aber meist keine langen Pausen.
 

icon

Beratungsbox

Wie viel Freizeit bleibt realistisch?

Real talk: Vielleicht hast du weniger Freizeit als klassische Studierende, aber dafür:

  • ein festes Gehalt
  • klare Tagesstrukturen
  • und keine Nebenjobs nötig

Viele dual Studierende kommen auf 40–50 Stunden pro Woche inklusive Lernen. Das ist machbar, aber nur mit gutem Zeitmanagement. Spontane Trips oder lange Reisen können tendenziell schwieriger werden – Planung ist hierbei alles.

Was verdient man im dualen Studium?

Nun kommen wir noch zum Schluss zu einer der häufigsten Fragen überhaupt: Wird man im dualen Studium wirklich jeden Monat bezahlt – und reicht das zum Leben? Tatsächlich ist für viele genau das der größte Vorteil. Im dualen Studium erhältst du jeden Monat ein festes Gehalt, weil du in der Regel einen Arbeits-, Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag mit einem Unternehmen hast. Du bist also nicht nur Student*in, sondern gleichzeitig Angestellte*r – inklusive Gehalt, Urlaub und Sozialversicherung.

Durchschnittliches Gehalt im dualen Studium

Im Schnitt liegt das Gehalt im dualen Studium bei rund 800 bis 1.200 € brutto pro Monat. Je nach Branche, Region und Studienjahr kann die Vergütung jedoch deutlich schwanken.

Typisch ist eine Gehaltssteigerung mit jedem Studienjahr:

  • Im 1. Jahr verdienen viele zwischen 800 und 1.200 €
  • Im 2. Jahr etwa 950 bis 1.200 €
  • Im 3. Jahr häufig 1.050 bis 1.400 €, bei Top-Arbeitgebern sogar mehr.

Da dein Jahreseinkommen oft unter dem steuerlichen Grundfreibetrag liegt, bleibt netto meist fast genauso viel übrig wie brutto. Viele dual Studierende kommen so auf 1.000 € netto oder mehr pro Monat – ohne Nebenjob.

icon

Geek-Kiste

Gehalt & Branchen im dualen Studium

Wie viel du konkret verdienst, hängt auch stark vom Studiengang ab.
Besonders gut können IT, Banken und technische Studiengänge zahlen, während soziale und gesundheitliche Bereiche tendenziell niedriger vergüten. In wirtschaftsnahen Studiengängen wie BWL oder Banking sind 1.100 € bis 1.600 € im Verlauf des Studiums keine Seltenheit. In Informatik und IT liegen viele Programme zwischen 1.000 € und 1.500 €, vor allem bei Konzernen. Maschinenbau und Ingenieurwesen bewegen sich meist zwischen 900 € und 1.400 €. Im Bereich Soziale Arbeit oder Gesundheit fällt das Gehalt niedriger aus – oft 700 € bis 1.100 €, dafür mit hoher Jobsicherheit und gesellschaftlicher Relevanz.

Passt ein duales Studium zu mir?

Gut informiert – und jetzt überlegst du, dual zu studieren, bist dir aber unsicher, ob das Modell zu dir passt? Klar, ein duales Studium ist nicht für jede*n geeignet – es verbindet Theorie und Praxis auf engem Raum, bietet dir dafür aber frühe Berufserfahrung, Gehalt und solide Karrierechancen.

Für wen ist ein duales Studium ideal?

Das duale Studium ist perfekt für praxisorientierte, belastbare Menschen, die früh ins Berufsleben starten wollen und finanziell unabhängiger sein möchten.

  • Praxisliebhaber: Du lernst lieber durch Tun als durch Bücher, willst Theorie direkt im Job anwenden.
  • Hohe Belastbarkeit: Kein klassisches Studentenleben mit langen Ferien – du jonglierst Hochschule und Arbeitsverpflichtungen.
  • Finanziell eigenständig: Statt Nebenjobs oder Studiengebühren bekommst du während des Studiums in der Regel ein Gehalt zwischen 900–1.500 € pro Monat.

Durch die Doppelbelastung aus Studium und Praxis ist das duale Studium deutlich anspruchsvoller als ein reguläres Vollzeitstudium: Du wechselst permanent zwischen Theorie und Praxis, jonglierst Prüfungen, Projekte und Arbeitsaufgaben – und hast kaum lange Semesterferien. Entscheidend ist jedoch deine persönliche Stärke. Wer gut organisiert ist, Praxis liebt und belastbar ist, kann auch anspruchsvolle duale Studiengänge meistern.

Self-Check: Passt ein duales Studium zu mir?

Beantworte diese Fragen ehrlich und reflektiere:

  1. Lerne ich besser durch praktisches Tun als reines Lesen?
  2. Kann ich regelmäßig 40–50 Stunden pro Woche zwischen Hochschule und Job jonglieren?
  3. Will ich früh Berufserfahrung sammeln und direkt Gehalt verdienen?
  4. Bin ich bereit, feste Zeitpläne und Bindung an einen Praxispartner einzuhalten?
  5. Möchte ich möglichst konkret in einen Beruf einsteigen, statt z. B. frei zu reisen oder vielleicht eine Promotion zu machen?

Wenn du die meisten Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, bist du ideal für ein duales Studium – bereit für Praxis, Verantwortung und Karrierechancen.

Quellen & weiterführende Informationen