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Fernstudium 2026: Durchfallquote & Erfolgskriterien verstehen

Die Durchfallquote im Fernstudium macht dir Sorgen? Erfahre hier, wie viele abbrechen & wie du Klausuren, Prüfungen & Co. bestehst – jetzt hier lesen.

Du überlegst, ein Fernstudium zu beginnen – oder steckst schon mittendrin – und fragst dich: Wie viele scheitern eigentlich? Und: Gehört ich am Ende dazu? Diese Frage ist verständlich, denn sie berührt finanzielle Risiken, Zeitdruck und  eben deinen persönlichen Zukunftsentscheidungen.

Die gute Nachricht: Die Durchfallquote im Fernstudium muss kein Schicksal sein, sondern ein Signal dafür, welche Rahmenbedingungen und Strategien über Erfolg oder Abbruch entscheiden.

Kurz erklärt: Die Durchfallquote im Fernstudium

Die Durchfallquote im Fernstudium beschreibt, wie viele Studierende ein Fernstudium ohne Abschluss beenden – durch Abbruch oder z. B. durch mehrfach nicht bestandene Prüfungen. Sie ist bisher keine einheitliche, öffentlich ausgewiesene Kennzahl. Relevant ist sie für alle, die ein berufsbegleitendes Studium planen und wissen wollen: Wie realistisch ist ein erfolgreicher Abschluss? Relevant ist das vor allem für alle, die berufsbegleitend studieren und realistisch einschätzen wollen, wie groß ihre Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss sind – und was sie dafür konkret tun müssen.

Für wen das besonders wichtig ist:

  • Studieninteressierte ohne Studienerfahrung
  • Berufstätige, die neben dem Job studieren wollen
  • Abiturient*innen, die zwischen Präsenz- und Fernstudium schwanken

Chancen des Fernstudiums:

  • Flexibles Studieren neben Beruf, Familie oder anderen Verpflichtungen
  • Staatlich anerkannte und akkreditierte Abschlüsse möglich, die formal Präsenzabschlüssen gleichgestellt sind

Herausforderungen:

  • Hoher Bedarf an Selbstorganisation und Zeitmanagement
  • Weniger spontane Kontakte zu Mitstudierenden
  • Gefahr der Isolation, wenn du dir kein Netzwerk aufbaust

Wer vorbereitet startet, realistisch plant und sein Umfeld einbindet, senkt das Risiko eines Abbruchs deutlich.​

Wie hoch ist die Durchfallquote im Fernstudium?

Abbruchquote vs. Durchfallquote

Eine einheitliche, offizielle Zahl für alle Fernstudienangebote in Deutschland gibt es bisher nicht. Das liegt daran, dass Hochschulen ihre internen Statistiken zu Prüfungsergebnissen und Studienabbrüchen nur teilweise und sehr uneinheitlich veröffentlichen. Dazu kommt: „Nichtbestehen“ (Prüfungsversagen) und „Abbruch“ (Studienabbruch) sind unterschiedliche Kennzahlen, die in der öffentlichen Diskussion oft vermischt werden.​

Als Abbruch gilt, wenn du das Studium “freiwillig” aufgibst. Als Nichtbestehen gilt, wenn du eine Prüfung nicht besteht oder eine Mindestanzahl von Prüfungsversuchen aufbrauchst. Beide Kennzahlen fließen oft in den Begriff „Misserfolg" ein, meinen aber unterschiedliche Situationen.

Abbruch:

Du beendest das Studium freiwillig oder stillschweigend, ohne Abschluss – etwa durch Nicht-Rückmeldung oder Exmatrikulation auf Antrag.

Nichtbestehen:

Du bestehst eine Prüfung nicht oder schöpfst alle Versuche für ein Modul / den Abschluss aus und darfst dieses nicht mehr wiederholen.

Was wir aus verfügbaren Daten wissen: Laut der amtlichen Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes war die Zahl der Fernstudierenden im Wintersemester 2022/23 erstmals auf über 250.000 gestiegen – das entspricht rund 8,6 % aller Studierenden in Deutschland. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass Abbruchquoten im Fernstudium höher liegen als im klassischen Präsenzstudium. Schätzungen aus der Hochschulforschung bewegen sich je nach Hochschule und Studiengang häufig zwischen 30 und 70 Prozent – mit großen Unterschieden zwischen Anbietern und Fächern.
 

Was du bedenken solltest: Diese Zahlen sagen nichts über dich als Individuum aus. Sie spiegeln vor allem Rahmenbedingungen wider: berufliche Belastung, familiäre Situation, Unterstützung durch den Anbieter, Prüfungsdesign und persönliche Motivation.

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Warum brechen so viele ab? Die häufigsten Ursachen

Die meisten Abbrüche sind kein persönliches Versagen, sondern das Ergebnis konkreter, oft vorhersagbarer Umstände. Wer diese Ursachen kennt, kann früh gegensteuern.

Unterschätzter Zeitaufwand

Das Fernstudium verlangt in der Regel bei einem Teilzeitstudium 15 bis 30 Stunden pro Woche – je nach Studientyp und Tempo. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) legt die studentische Gesamtbelastung auf 25 bis 30 Stunden fest. Wer das neben einem Vollzeitjob, Familie oder anderen Verpflichtungen unterschätzt, gerät schnell unter Wasser. Eine empirische Studie von Karin Krey zur Lebenswelt von Fernstudierenden zeigt: Teilzeitstudierende wenden wöchentlich durchschnittlich rund 18 Stunden auf, Vollzeitstudierende rund 28 Stunden. Wer sich keine realistischen Zeitfenster schafft, riskiert entsprechend dauerhaften Stress – und irgendwann vielleicht auch den Studienabbruch.

Fehlende Selbstorganisation und Struktur

Im Präsenzstudium gibt es feste Vorlesungszeiten, Kommiliton*innen, die mitziehen, und einen geregelten Takt. Im Fernstudium bist du für all das selbst verantwortlich. Wer das unterschätzt, verliert schnell den Faden. Laut Krey (2022) sind Methodenkompetenzen – also strukturiertes Planen, Zeitmanagement und die Fähigkeit zur Relevanzprüfung – entscheidend für den Erfolg im Fernstudium. Diese Kompetenzen werden nicht zwingend automatisch mitgebracht; sie müssen aktiv entwickelt werden.

Isolation und mangelnde soziale Einbindung

Das Gefühl, allein zu lernen, ohne Mitstudierenden, die denselben Stress kennen, ist einer der häufigsten Stressfaktoren im Fernstudium. Wer keine Lerngruppe findet oder den Austausch auf Plattformen wie Moodle nicht aktiv nutzt, läuft Gefahr, abgehängt zu werden – nicht nur fachlich, sondern auch aus Motivationsgründen.

Finanzielle und private Belastung

Fernstudierende bewegen sich typischerweise gleichzeitig in drei Lebenswelten:

  • Privatwelt (Familie, Partnerschaft, Freizeit)
  • Berufswelt (Job, Weiterbildung, Karriere)
  • Studienwelt (Module, Prüfungen, Abschluss)

Wenn in einer dieser Welten Krisen auftreten – etwa Jobverlust, Überstunden, Pflege von Angehörigen oder familiäre Konflikte – ist häufig das Studium das Erste, was „heruntergefahren“ wird, weil es subjektiv am flexibelsten wirkt. Hinzu kommen die Kosten eines Fernstudiums, die – je nach Anbieter und Abschluss – schnell bei 1.000 bis 3.500 Euro pro Semester liegen. Wer diese Belastung nicht solide einplant, gerät unter zusätzlichen Druck.​

Sind die Klausuren im Fernstudium schwerer?

Das ist eine der meistgestellten Fragen – und die Antwort ist: nicht zwingend schwerer, aber anders. Fernstudienklausuren sind in der Regel prüfungsbasiert auf schriftliche Abschlüsse ausgerichtet, oft ohne kontinuierliche mündliche Kontrolle durch Seminargruppen. Das bedeutet: Du lernst viel allein, ohne unmittelbares Feedback – und musst beim Schreiben der Klausur alles auf einmal abrufen können. Was das für dich bedeutet:

  • Unterschätze die Vorbereitung auf Prüfungen nicht.
  • Nutze Lerngruppen, Tutorien, Übungsklausuren und Präsenz- oder Online‑Workshops konsequent.
  • Lernende, die sich aktiv vernetzen, schneiden nachweislich besser ab als jene, die ausschließlich allein lernen.​

Erschwerend kommt hinzu, dass das wissenschaftliche Schreiben für viele Fernstudierende – insbesondere für Quereinsteiger*innen ohne Abitur – eine echte Hürde darstellt. Studien zeigen, dass ausgerechnet die Methodenkompetenz, also das analytische und wissenschaftliche Arbeiten, häufig die größte Schwäche beruflich qualifizierter Studierender ist. Was das für dich bedeutet: Unterschätze die Vorbereitung auf Prüfungen nicht. Nutze aktiv Lerngruppen, Tutorien und Präsenzveranstaltungen. Wer gemeinsam mit anderen lernt, erzielt laut Forschung nachweislich bessere Noten als isolierte Lernende.

Was entscheidet wirklich über Erfolg oder Abbruch?

Laut der Forschung von Krey (2022) ist die private Lebenssituation der stärkste Einfluss auf den Lernerfolg: „Nur wenn im privaten Raum Rahmenbedingungen geschaffen sind, die den anfallenden Herausforderungen weitestgehend genügen, gelingt das Fernstudieren." Das heißt dementsprechend: Erfolgreiches Studieren hängt weniger von Intelligenz ab als von bewährten Strategien, die Abbruchquoten senken und Motivation aufrechterhalten. Basierend auf Studien und Erfahrungsberichten zeigen sich vier zentrale Faktoren als besonders einflussreich.  Vier Erfolgsfaktoren wirken zusammen: Eine realistische Zeitplanung schafft Struktur, familiäre Unterstützung gibt emotionale Sicherheit, intrinsische Motivation treibt langfristig an, und soziale Vernetzung verstärkt Lernerfolg durch Austausch. Wer diese Säulen kombiniert, maximiert seine Chancen auf ein erfolgreiches Studium.

Tabelle 1: Die vier Erfolgsfaktoren im Überblick

Faktor

Warum entscheidend

Realistische Zeitplanung

Wer seinen Lernaufwand konkret plant, bleibt eher dran und bricht seltener ab.

Familiäre Unterstützung

Ein unterstützendes Umfeld erleichtert das Durchhalten im Studium.

Intrinsische Motivation

Wer aus echtem Interesse studiert, zeigt meist mehr Ausdauer und Engagement.

Soziale Vernetzung

Lerngruppen können Motivation, Austausch und Lernerfolg spürbar fördern.

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FAQ: Die häufigsten Fragen zur Fernstudium

Wie viele brechen ein Fernstudium ab?

Eine einheitliche Zahl existiert nicht, da Hochschulen ihre Abbruchquoten nicht einheitlich veröffentlichen. Schätzungen aus der Hochschulforschung bewegen sich je nach Anbieter und Studiengang häufig zwischen 30 und 50 Prozent. Entscheidend ist, dass persönliche Faktoren – Zeitplanung, Motivation, soziales Umfeld – deutlich mehr Einfluss haben als der Anbieter selbst.

Ist ein Fernstudium schwieriger als ein Präsenzstudium?

Nicht zwingend fachlich, aber strukturell für den ein oder anderen anspruchsvoller. Die fehlende externe Struktur, das Lernen ohne Mitstudierenden in Präsenz und die Kombination mit Beruf und Familie machen es für viele herausfordernder. Wer gut plant und sich vernetzt, kann das gut kompensieren.

Wie schwer sind die Klausuren im Fernstudium?

Das variiert je nach Studiengang und Hochschule stark. Grundsätzlich gilt: Fernstudienklausuren sind oft schriftlich und prüfen selbstständiges Denken. Die Vorbereitung ohne direkte Seminarunterstützung erfordert mehr Eigeninitiative. Nutze Lerngruppen und Tutorien aktiv.

Wie viel Zeit sollte ich pro Woche für ein Fernstudium einplanen?

Als Faustregel: 15–20 Stunden für ein Teilzeitstudium, 25–35 Stunden für ein Vollzeitstudium. In Prüfungsphasen steigt der Aufwand deutlich. Plane realistisch – lieber mehr einkalkulieren als zu wenig.

Was ist besser: Euro FH oder IU?

Beide Hochschulen haben akkreditierte Abschlüsse und unterschiedliche Stärken. Die IU bietet das breiteste Studienangebot (über 141 Fernstudiengänge), die Euro FH ist auf Wirtschaft spezialisiert und gilt für viele als persönlicher im Service. Empfehlung: Vergleiche konkrete Studiengänge, Kosten und Erfahrungsberichte und nutze Beratungsgespräche bei beiden.

Welche Nachteile hat ein Fernstudium?

Die größten Nachteile: hoher Selbstorganisationsaufwand, fehlende soziale Einbindung, finanzielle Kosten (insbesondere bei privaten Anbietern) und die Herausforderung, Beruf, Familie und Studium zu vereinbaren. Wer diese Nachteile kennt und aktiv gegensteuert, kann sie zu einem großen Teil abmildern.

Next Steps

Die Frage nach der Durchfallquote im Fernstudium ist durchaus berechtigt. Aber sie muss keine Schicksalszahl sein. Sie zeigt dir, welche Faktoren zählen: realistische Zeitplanung, familiäre Unterstützung, echte Motivation und soziale Vernetzung. Wer diese vier Bereiche vor dem Start klärt, gehört statistisch zu denen, die durchhalten.
 

Wenn du herausfinden möchtest, welcher Studienweg wirklich zu dir passt – mit deiner Lebenssituation, deinen Zielen und deinem Zeitplan – dann informiere dich weiter und vergleiche Angebote in Ruhe. Kein Fernstudium sollte überstürzt begonnen werden. Aber wenn du es richtig angehst, ist es eine der wertvollsten Investitionen, die du in dich selbst machen kannst.
 

Hinweis: Individuelle Voraussetzungen variieren stark. Die genannten Zahlen und Einschätzungen basieren auf verfügbaren Forschungsdaten und dienen der Orientierung. Für verbindliche Informationen zu einzelnen Hochschulen und Studiengängen wende dich direkt an die jeweiligen Anbieter.

Weiterführende Quellen & Informationen