headerheader
| Duration: 5:00 min.

Berufsbegleitend studieren: Dein Einstieg ins Fernstudium (2026)

Vor- und Nachteile zum nebenberuflichen Studium: Informatik, BWL, Soziale Arbeit & Co. – jetzt dein Studium planen!

Du arbeitest, hast Verantwortung – und trotzdem zieht dich der Gedanke an ein Studium nicht los. Vielleicht willst du endlich den Abschluss, der zu dem passt, was du wirklich kannst. Oder du merkst, dass dein Job dich nicht mehr weiterbringt, ohne eine formale Qualifikation. Berufsbegleitend studieren klingt verlockend – aber auch nach verdammt viel Stress. Was steckt wirklich dahinter? Dieser Artikel gibt dir einen fundierten Überblick: Was ein berufsbegleitendes Studium ist, wie es abläuft, welche Modelle es gibt – und wann es sich wirklich für dich lohnen kann.

Kurz erklärt: Berufsbegleitend studieren

Beim berufsbegleitenden Studium studierst du parallel zu deiner Berufstätigkeit auf einen anerkannten akademischen Abschluss hin. Es wird teils auch unter Fernstudium verbucht oder berufsbegleitendes Fernstudium bezeichnet. Lehrveranstaltungen finden meist abends, am Wochenende, in Blockseminaren oder vollständig online statt, sodass dein Job ungestört weiterlaufen kann.

Für wen ist es relevant?

  • Berufstätige, die sich akademisch qualifizieren oder weiterbilden möchten
  • Menschen ohne klassischen Hochschulweg (Studium ohne Abitur möglich)
  • Alle, die Flexibilität brauchen, z. B. wegen Familie, Pendeln, Teilzeit

Zentrale Chancen:

  • Akademischer Abschluss (Bachelor, Master, MBA) ohne Berufsunterbrechung
  • Gelerntes direkt im Job anwenden
  • Finanzielle Eigenständigkeit bleibt erhalten

Typische Herausforderungen:

  • Hoher Zeitaufwand (ca. 15–20 Stunden/Woche zusätzlich)
  • Selbstdisziplin und Selbstorganisation gefragt
  • Kosten für private Anbieter oft beträchtlich

Was bedeutet berufsbegleitend studieren genau?

Der Begriff „berufsbegleitend studieren" klingt einheitlicher, als er ist. Tatsächlich verbergen sich dahinter verschiedene Konzepte, die sich in Intensität, Präsenzpflicht und Flexibilität stark unterscheiden. Im Kern geht es darum: Du bist während deines Studiums erwerbstätig – meistens in Teilzeit oder Vollzeit – und organisierst dein Studium so, dass beides nebeneinander möglich ist.


Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) unterscheidet beim Fernstudium drei Formate: klassisches Fernstudium (unter 50 % Präsenzanteil), Blended Learning (über 50 % Präsenz) und reines Online-Studium (ohne Präsenzanteil). Für Berufstätige sind vor allem das klassische Fernstudium und das reine Online-Studium relevant, weil sie maximale zeitliche Flexibilität bieten.
 

Das Bundesinstitut für Berufsbildung unterscheidet beim Fernstudium drei Formate: klassisches Fernstudium (unter 50 % Präsenzanteil), Blended Learning (über 50 % Präsenz) und reines Online-Studium (ohne Präsenzanteil).

Ein berufsbegleitendes Studium ist jedoch sicher nicht dasselbe wie ein duales Studium. Beim dualen Studium gibt es in der Regel einen Kooperationsvertrag zwischen Arbeitgeber und Hochschule – du wechselst zwischen Betrieb und Hochschule. Beim berufsbegleitenden Studium organisierst du den Spagat typischerweise eigenständig, oft mit weniger institutioneller Unterstützung. Wichtig zu wissen: Laut amtlicher Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes wurden im Wintersemester 2022/23 erstmals über 250.000 Fernstudierende in Deutschland verzeichnet – das entspricht mehr als 8 Prozent aller Studierenden. Der Trend ist eindeutig, und das Angebot ist in den letzten Jahren massiv gewachsen (Hüsch, 2024).

Welche Studienmodelle gibt es beim berufsbegleitenden Studium?

Nicht jedes Modell passt zu jedem Lebensumstand. Hier ein Überblick über die wichtigsten Formate:

Fernstudium

Das klassische Modell für Berufstätige: Lernmaterialien werden digital oder per Post zugesandt, Prüfungen finden an Prüfungszentren statt. Präsenzpflicht ist minimal oder gar nicht vorhanden.

Abendstudium/Wochenendstudium

Präsenzveranstaltungen finden nach Feierabend oder am Wochenende statt – meist an einer Hochschule in deiner Region. Du bist weniger flexibel als im Fernstudium, hast aber mehr direkten Austausch.

Blockstudium

Intensive Lernphasen – oft an Wochenenden oder in kompakten Kurswochen – wechseln sich mit längeren Selbstlernphasen ab. Gut geeignet, wenn dein Arbeitgeber dich für ein paar Tage am Stück freistellen kann.

Blended Learning

Eine Kombination aus Online-Lernen und Präsenzseminaren. Viele moderne berufsbegleitende Studiengänge arbeiten mit diesem Modell, weil es Flexibilität und soziale Interaktion verbindet. Laut der BIBB-Studie von Angela Fogolin (2023) haben digitale Onlineanteile nach der Pandemie auch in klassischen Präsenzangeboten Einzug gehalten – ein Trend, der sich inzwischen stabilisiert.

Der Präsenzanteil variiert je nach Studienmodell stark. Reine Fernstudien sind meist nahezu vollständig orts- und zeitflexibel, während Blended-Learning-, Abend-/Wochenend- und Blockformate feste Präsenzanteile in unterschiedlicher Höhe enthalten. Ein duales Studium kombiniert in der Regel Studien- und Praxisphasen und kann im Gegensatz zum berufsbegleitenden Studium deutlich stärker strukturiert sein.

Tabelle 1: Welche Studienmodelle gibt es beim berufsbegleitenden Studium?

Studienform

Präsenzanteil

Flexibilität (Tendenz)

Besonders geeignet für

Reines Fernstudium

meist sehr gering, teils nur vereinzelte Prüfungen/Präsenzen

sehr hoch

Vollzeitberufstätig, Pendler

Blended Learning

variabel, oft deutlich unter 50%, teils auch rund 50%

mittel bis hoch

Berufstätige, die planbare Präsenzphasen akzeptieren

Abend-/Wochenendstudium

meist hohe Präsenz, aber außerhalb klassischer Arbeitszeiten

mittel

Berufstätige mit stabilem Wochenrhythmus

Blockstudium

stark variabel, Präsenz in kompakten Blöcken

mittel

Berufstätige mit Urlaubspuffer oder Schichtmodellen

Duales Studium

sehr variabel, abhängig vom Modell

eher gering bis mittel

Studien- interessierte mit Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag

Berufsbegleitend studieren als Fernstudium

Das Fernstudium ist für die meisten Berufstätigen der realistischste Einstieg ins berufsbegleitende Studieren. Du lernst dann, wenn du Zeit hast – morgens um 6 Uhr, spät abends oder am Sonntagnachmittag. Vorlesungen gibt es als Videos, Lernmaterialien als PDFs oder interaktive Module. Prüfungen legst du meist an dezentralen Prüfungszentren ab oder online. Was viele unterschätzen: Ein solides Fernstudium fordert häufig mehr Selbstmanagement als ein klassisches Präsenzstudium. Niemand schaut dir über die Schulter. Du bist selbst verantwortlich für deinen Lernfortschritt, deine Zeitplanung und deine Prüfungsvorbereitung. Das ist kein Nachteil an sich – aber es erfordert eine ehrliche Einschätzung der eigenen Selbstorganisation.


Ein echter Vorteil: Du kannst das Gelernte direkt im Job anwenden. Diese Verzahnung von Theorie und Praxis wird in der Forschung als bedeutsamer Lernverstärker beschrieben. Karin Krey zeigt in ihrer 2022 veröffentlichten Studie „Lernerfolg im Fernstudium" zum Beispiel, dass Berufstätige Lernmaterialien, die ihre berufliche Praxis berühren, intensiver und mit größerem Interesse bearbeiten als thematisch ferne Inhalte.
 

header

Weitere Informationen

Was ist ein duales Studium?

Beliebte Studienfächer – was du berufsbegleitend studieren kannst

Das Angebot ist mittlerweile riesig und bestätigt den Trend des Fernstudiums. Laut einer Analyse der HRK vom Juli 2023 waren von über 21.000 Studienangeboten rund 1.006 als Fernstudium ausgewiesen – verteilt auf 114 verschiedene Hochschulen. Das ist rund jeder zwanzigste Studiengang in Deutschland (Hüsch, 2024). Besonders stark vertreten sind:

Berufsbegleitend BWL studieren

Wirtschaftswissenschaften dominieren das Angebot deutlich: Mehr als 35 Prozent aller Fernstudienangebote sind diesem Bereich zuzuordnen. Ein BWL-Bachelor oder -Master berufsbegleitend ist besonders für Berufstätige ohne kaufmännischen Abschluss oder mit einer Ausbildung im kaufmännischen Bereich interessant, die jetzt den akademischen Schritt machen wollen.

Berufsbegleitend Informatik studieren

Mit 121 gelisteten Studienangeboten ist Informatik der zweitgrößte Bereich im berufsbegleitenden Fernstudium. Viele IT-Fachkräfte haben sich ihren Job durch Erfahrung erarbeitet – ein akademischer Abschluss eröffnet aber weitere Karrierewege und ist für bestimmte Positionen Voraussetzung.

Berufsbegleitend Pädagogik und Soziale Arbeit studieren

Pädagogik- und Erziehungswissenschaften sowie Soziale Arbeit sind mit zusammen rund 74 Angeboten gut vertreten. Gerade in sozialen Berufen arbeiten viele Menschen mit Ausbildungshintergrund – ein Studienabschluss kann hier Türen zu Leitungspositionen öffnen oder ist für bestimmte Tätigkeiten formal notwendig.

icon

Beratungsbox

Nach den Daten unseres StudyFinders – der größten Studiengangsdatenbank Deutschlands – kann außerdem jeder 5. Studiengang kostenlos als Fernstudium studiert werden (Stand: März 2026). 

header

Weitere Informationen

Online-Hochschulen

Was kostet ein berufsbegleitendes Studium?

Hier lohnt ein nüchterner Blick auf die Zahlen. Laut der Analyse von Marc Hüsch (2024) liegt der Median der Studienkosten bei etwa 2.207 Euro pro Semester. Dahinter verbirgt sich jedoch eine erhebliche Spreizung:

  • An staatlichen Hochschulen wie der FernUniversität in Hagen fallen oft nur Semesterbeiträge an (unter 500 Euro pro Semester). Außerdem bieten mittlerweile eben auch viele staatliche Hochschulen ihre Studiengänge im "Online-Modus" an, bei denen nur der Semesterbeitrag gezahlt werden muss.
     
  • Private Anbieter verlangen häufig zwischen 1.000 und 3.500 Euro pro Semester.
     
  • Das Maximum kann bei rund 9.000 Euro pro Semester liegen – das sind in der Regel spezialisierte Weiterbildungsmaster.

Insgesamt ist für viele Bachelor- und Masterstudiengänge an privaten Fernhochschulen mit Gesamtkosten von über 10.000 Euro zu rechnen.

Kann das berufsbegleitende Studium steuerlich abgesetzt werden?

In vielen Fällen ja. Studiengebühren für ein berufsbegleitendes Studium, das in einem engen Zusammenhang mit deiner Berufstätigkeit steht, können – je nach Einzelfall – als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Das trifft insbesondere auf Aufbau‑ und Masterstudien zu, die typischerweise als Fortbildung/Zweitstudium gewertet werden. Da die Einordnung (Erst‑ vs. Zweitstudium, Berufsbezug etc.) individuell verschieden sein kann, lohnt sich eine Beratung durch eine*n Steuerberater*in oder das Finanzamt.

header

Weitere Informationen

Finanzierung des Fernstudiums

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum berufsbegleitenden Studium

Kann man berufsbegleitend studieren?

Ja, absolut. In Deutschland ist das berufsbegleitende Studieren weit verbreitet und gut ausgebaut. Im Wintersemester 2022/23 waren über 250.000 Fernstudierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben – mehr als 8 Prozent aller Studierenden. Das Angebot umfasst rund 1.000 Fernstudiengänge an 114 Hochschulen.

Ist ein berufsbegleitendes Studium sinnvoll?

Das hängt von deiner Situation ab. Es ist sinnvoll, wenn du ein klares Karriereziel hast, das den Abschluss erfordert, wenn du die nötige Zeit realistisch aufbringen kannst und wenn das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt. Für viele Berufstätige ist es der direkteste Weg zur akademischen Qualifikation ohne Einkommensunterbrechung.

Ist ein berufsbegleitendes Studium schwer?

Es ist anspruchsvoll, aber machbar. Die größte Herausforderung ist häufig nicht unbedingt der Lernstoff, sondern die Selbstorganisation und das Durchhalten über mehrere Jahre. Forschungen zeigen, dass Berufstätige oft von ihrer praktischen Erfahrung profitieren – sie können Inhalte schneller einordnen und motivierter bearbeiten, wenn sie einen direkten Bezug zur eigenen Arbeit sehen (Krey, 2022).

Wie läuft ein berufsbegleitendes Studium ab?

Du bist immatrikuliert wie reguläre Studierende, lernst aber überwiegend selbstständig mit digitalen Materialien. Pro Semester belegst du eine überschaubare Anzahl Module, legst Prüfungen ab und schreibst am Ende in der Regel eine Abschlussarbeit. Präsenztermine sind je nach Modell selten bis gar nicht vorhanden. Die Regelstudienzeit beträgt häufig 6–8 Semester für Bachelor- und 3–4 Semester für Masterstudiengänge.

Kann der Arbeitgeber ein berufsbegleitendes Studium verbieten?

Nein, grundsätzlich nicht. Dein Studium in der Freizeit ist deine Privatsache. Ausnahme: Vertragliche Regelungen zu Nebentätigkeiten, die allerdings üblicherweise für gewerbliche Tätigkeiten und nicht für Bildung gelten. Viele Arbeitgeber unterstützen ein berufsbegleitendes Studium aktiv.

Berufsbegleitend studieren ist kein einfaches Unterfangen – aber es ist für viele Berufstätige der realistische Weg zu einem Hochschulabschluss. Der Markt ist gewachsen, das Angebot ist breit, und die Forschung zeigt: Wer mit klaren Zielen, Selbstorganisation und einer realistischen Erwartungshaltung startet, hat gute Chancen, durchzuhalten und zu profitieren. Wichtig ist, dass du dich vorab gut informierst: über Hochschultyp, Kosten, Akkreditierung und das konkrete Studienmodell. Kein Studium passt zu allen – aber für viele gibt es das richtige.


Wenn du herausfinden möchtest, welcher Studienweg wirklich zu dir passt, informiere dich weiter auf unserer Website oder nutze unseren StudyFinder, um passende Studiengänge nach deinen Kriterien zu filtern.

Quellen & weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Orientierung. Individuelle Voraussetzungen für Studienzulassung, Kosten und steuerliche Behandlung können variieren. Für verbindliche Auskünfte wende dich direkt an die jeweilige Hochschule oder eine Beratungsstelle.