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Dein Praktikum im Lehramt (2026)

So planst du deine Praktika fĂŒrs Lehramt: Dauer, Inhalte, Pflichtpraktika vs. freiwillige Praktika, Auslandsoptionen und Förderprogramme.

Lehramtspraktika – dein zentraler Bestandteil deines Lehramtsstudiums, und die BrĂŒcke zwischen Theorie und Praxis: In diesen Phasen sammelst du Unterrichtserfahrungen, beobachtest LehrkrĂ€fte, gestaltest teilweise sogar selbst Unterricht und lernst, wie Schule als Organisation funktioniert. Ziel ist es, dein theoretisches Wissen in der Praxis zu erproben und im besten Falle deine Eignung fĂŒr den Lehrer*innenberuf zu reflektieren, auch mit UnterstĂŒtzung durch Mentor*innen an der Schule. Lehramtspraktika sind in Deutschland verpflichtend und fest in den Studienverlauf integriert – vom Orientierungspraktikum bis zum Praxissemester im Master. Je nach Bundesland, Schulform und Hochschule unterscheiden sich Aufbau, Dauer und Ziele der einzelnen Praxisphasen. Umso wichtiger ist es, sich damit im Vorfeld auseinanderzusetzen.

Warum sind Praktika im Lehramtsstudium so wichtig?

Praktika im Lehramtsstudium sind nicht nur Pflicht, sondern auch entscheidend, um die Theorie in die Praxis zu ĂŒbertragen und die eigene Eignung fĂŒr den Lehrerberuf zu prĂŒfen. Sie geben dir realistische Einblicke in den Schulalltag, ermöglichen eigene Unterrichtsversuche und helfen, organisatorische AblĂ€ufe und Schulstrukturen zu verstehen. Durch die Praxisphasen kannst du deine pĂ€dagogischen FĂ€higkeiten testen, erste Unterrichtserfahrungen sammeln und Selbstvertrauen im Umgang mit SchĂŒler*innen gewinnen.

„Die Ausbildung der LehrkrĂ€fte aller Schularten ist durch Landesrecht geregelt. Die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr die LehrkrĂ€fteausbildung liegt bei den Kultus- und Wissenschaftsministerien der LĂ€nder."

Kultusministerkonferenz (KMK), 2025

Da Bildung in Deutschland LĂ€ndersache ist, unterscheiden sich die Praktika je nach Bundesland in Dauer, Art und Anforderungen. Trotzdem sorgt die Kultusministerkonferenz (KMK) dafĂŒr, dass AbschlĂŒsse und praktische Erfahrungen bundesweit anerkannt werden. Wenn du spĂ€ter in ein anderes Bundesland wechseln möchtest, solltest du dich frĂŒhzeitig ĂŒber spezifische Vorgaben informieren, z. B. ĂŒber FĂ€cherkombinationen oder Schulformen – mehr Infos dazu findest du in unserem Artikel-Cluster zum Thema “Lehramt studieren”.

Deine Vorteile von Lehramtspraktika

  • Erste Orientierung: Welcher Schulalltag passt zu mir?
     
  • Unterrichtsgestaltung: Kurze Sequenzen bis zu ganzen Unterrichtsstunden planen
     
  • Schulalltag erleben: Konferenzen, Fachschaftssitzungen, Aufsichten, Elternarbeit & Co.
     
  • Reflexion und Feedback: StĂ€rken erkennen und SchwĂ€chen gezielt verbessern
     
  • Vorbereitung auf Referendariat: Praxisphasen reduzieren den Praxisschock

Je nach Schule können die konkreten Bedingungen wĂ€hrend eines Praktikums stark variieren – von der Ausstattung ĂŒber den Stundenplan bis hin zu organisatorischen AblĂ€ufen. Umso wichtiger ist es, dass dir eine Ansprechperson oder eine betreuende Lehrkraft zur Seite stehen kann, an die du dich bei Fragen oder Unsicherheiten wenden kannst. Studien weisen zum Beispiel darauf hin, dass eine gut strukturierte Praxisbetreuung die Zufriedenheit der Studierenden erheblich steigert und die Entwicklung deiner pĂ€dagogischen Kompetenzen unterstĂŒtzt (Lazarides & Mohr, 2015). 

„[Es] besteht die Frage, ob der Schulbesuch von den Studierenden erst in Kombination mit einem guten Feedback der Betreuenden auch als nĂŒtzlich wahrgenommen wird.”

Lazarides & Mohr, 2015

Unser Tipp: Nutze deine Praktika aktiv, stelle Fragen und suche Feedback. Ein*e Mentor*in kann dir helfen, Lernprozesse zu reflektieren und Praxisphasen optimal zu nutzen. Selbst kurze berufsfelderschließende Praktika im Bachelorstudium können dazu beitragen, frĂŒhzeitig deine FĂ€cher- und Berufswahl zu ĂŒberprĂŒfen und gezielt Kompetenzen zu entwickeln.

Welche Arten von Lehramtspraktika gibt es?

Wenn du Lehramt studierst, wirst du schnell merken: Theorie und Praxis gehören zusammen. Genau deshalb sind Lehramtspraktika ein fester Bestandteil jedes Lehramtsstudiums – egal, in welchem Bundesland oder an welcher Schulform du spĂ€ter unterrichten wirst. Sie helfen dir, den Schulalltag zu erleben, Unterricht aktiv mitzugestalten und herauszufinden, ob der Lehrerberuf wirklich zu dir passt.
 

Lehramtspraktika gliedern sich in verschiedene Phasen, die sich in den Aufgabenbereichen, in der Dauer und im Ziel unterscheiden. Mittlerweile weißt du ja, dass es je nach Hochschule Unterschiede geben kann. Im Folgenden erhĂ€ltst du einen Überblick ĂŒber die wichtigsten Arten von Praktika im Lehramtsstudium.

Eignungs- und Orientierungspraktikum (EOP)

Das EOP ist in der Regel dein erster Kontakt mit dem Schulalltag als zukĂŒnftiger Arbeitgeber – oft schon vor Studienbeginn oder im 1. Semester, je nach Hochschule.

  • Ziel: Deine persönliche Eignung fĂŒr den Lehrerberuf prĂŒfen und reflektieren.
     
  • Dauer: bundesweit in der Regel mindestens 25 Tage, idealerweise als Blockpraktikum innerhalb von 5 Wochen (z. B. in der vorlesungsfreien Zeit oder vor Studienbeginn)
     
  • Inhalte: Beobachtung des Unterrichts, erste Hospitationen möglich und GesprĂ€che mit LehrkrĂ€ften.

Das EOP kannst du vor allem bewusst nutzen, um dir klarer zu werden, welche Schulart und welche Altersgruppen dir liegen oder mit welcher du besonders gerne zusammenarbeitest. Diese Erfahrung kann deine Studienwahl prÀgen oder dich in deiner Entscheidung bekrÀftigen.

Berufsfeldpraktikum (BFP)

Weiter geht's mit dem BFP: Mittlerweile im Bachelor bzw. im ersten Studienabschnitt angekommen, soll das Berufsfeldpraktikum dazu dienen, dein pĂ€dagogisches VerstĂ€ndnis zu vertiefen und schulische sowie außerschulische Bildungsorte kennenzulernen. Typischerweise findet es meistens im 4. oder 5. Semester statt.

  • Ziel: Berufsfelderziehung, Einblick in Strukturen außerhalb der Schule als Arbeitsfeld möglich.
     
  • Dauer: in der Regel 4 Wochen oder mindestens 60–80 Zeitstunden, je nach Studienordnung der Hochschule.
     
  • Inhalte: Je Hochschule/Bundesland/Studienfach leicht unterschiedlich (z. B. Uni Köln: 20 Tage/80 Stunden), immer außerschulisch priorisiert, oft mit fachdidaktischem Seminar, Portfolio und/oder ReflexionsprĂŒfung verbunden.

Das BFP kann dir Perspektiven außerhalb der Schule eröffnen, die dich möglicherweise aufgrund deiner StudienfĂ€cher interessieren (z. B. in Museen, Weiterbildungsinstituten oder Beratungsstellen) und die deinen Blick auf deinen zukĂŒnftigen UnterrichtsfĂ€cher erweitern können.

Praxissemester

Das Praxissemester ist das HerzstĂŒck deiner Ausbildung – die intensivste und lĂ€ngste Praxisphase deines Lehramtsstudiums. Das Praxissemester im Lehramtsstudium ist ein zentrales schulpraktisches Modul im Master (bzw. im zweiten Studienabschnitt auf dem Weg zum Ersten Staatsexamen), das Studierende intensiv in den Schulalltag einfĂŒhrt und typisch mindestens 5 Monate (ca. 16–24 Wochen) dauert, abhĂ€ngig vom Bundesland.

  • Ziel: SelbststĂ€ndig unterrichten, Unterrichtsreihen planen, pĂ€dagogische Kompetenzen vertiefen.
     
  • Dauer: abhĂ€ngig vom Bundesland, hĂ€ufig mindestens 5 Monate (ca. 16–24 Wochen)
     
  • Inhalte: Enge Betreuung durch Hochschule und Schulpraxis (Mentor*in + Seminarleitung).

In dieser Phase kannst du bereits ein fester Teil des Kollegiums sein bzw. aktiv zum Schulalltag deinen Beitrag leisten, ĂŒbernimmst Unterrichtsstunden, nimmst an Konferenzen teil und erhĂ€ltst regelmĂ€ĂŸiges Feedback – im besten Fall eine sinnvolle Vorbereitung auf dein Referendariat nach deinem Studium.

Weitere Praktika und Sonderformen

Wir haben es schon ein paar Mal erwÀhnt: Vor der Planung deiner Praktika im Lehramtsstudium solltest du unbedingt vorher die Studienordnung beachten bzw. dich von deinem Fachbereich informieren lassen, um genau zu erfahren, welche Praktika du absolviert haben solltest. Neben den Hauptpraktika kann es noch ergÀnzende oder spezialisierte Praktika geben, die je nach FÀcher, Schulform oder Bundesland vorgeschrieben (Pflichtpraktika) oder freiwillig sein können, z. B.:

  • Betriebspraktikum: Besonders im Berufsschullehramt Pflicht (ca. 8 Wochen, oft im Betrieb).
     
  • SonderpĂ€dagogisches Praktikum: FĂŒr angehende LehrkrĂ€fte im Förderschulbereich.
     
  • Auslandspraktikum: Ermöglicht dir, internationale Unterrichtserfahrung zu sammeln – z. B. ĂŒber das DAAD-Programm Lehramt.International oder Erasmus+.

Wichtig: FĂŒr alle Praktika solltest du dich rechtzeitig bewerben – mit der Hochschule, beim Schulamt/Schule oder ĂŒber das jeweilige Online-Portal. Informiere dich frĂŒhzeitig ĂŒber Fristen, Ansprechpartner*innen und Voraussetzungen! Egal ob Orientierungs-, Berufsfeld- oder Praxissemester – jedes Praktikum ist ein wichtiger Schritt auf deinem Weg in den Lehrer*innenberuf. Je nach Hochschule und Bundesland kann die Struktur etwas anders aussehen, aber alle Phasen verfolgen dasselbe Ziel: Dich praxisnah, reflektiert und sicher auf deine Rolle als Lehrer*in vorzubereiten.

 

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Weitere Informationen

Lehramt international

Unterschiede zwischen Pflichtpraktika und freiwilligen Praktika

Im Lehramtsstudium – oder auch schon hier bei MyGermanUniversity – wirst du hĂ€ufiger von Pflichtpraktika gehört haben: Also Praktika, die zum Studium gehören und, wie der Name schon sagt, verpflichtend fĂŒr dich sind. Dabei hast du  je nach Interesse auch die Möglichkeit, ein freiwilliges Praktikum zu absolvieren. Das kann zum Beispiel sein, wenn du in einen anderen TĂ€tigkeitsbereich schnuppern möchtest, ein Unternehmen oder eine Institution besser verstehen lernen willst oder dich einfach umorientieren möchtest. Pflichtpraktika und freiwillige Praktika im Lehramtsstudium und allgemein unterscheiden sich vor allem in der Verbindlichkeit, Organisation und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Tabelle 1: Unterschiede zwischen Pflichtpraktika und freiwilligen Praktika

Merkmal

Pflichtpraktikum

Freiwilliges Praktikum

Verbindlichkeit

Vorschrift, z. B. durch die Studienordnung, Hochschule oder ein Landesschulgesetz

Eigeninitiative, freiwillig

Zweck

Bestandteil des Studiums, praktische Erfahrung (z. B. als EOP, BFP, Praxissemester)

z. B. Berufsorientierung, praktische Erfahrung, Auslandserfahrung, Netzwerken

Dauer & Inhalte

Vorgeschrieben, festgelegt, seminargesellt

Flexibel, können u. U. selbst gestaltet werden

Rechte & Versicherung

Keine AnsprĂŒche auf Urlaub/Lohn (je nach Arbeitgeber trotzdem möglich), Hochschulversichert

Möglicher Anspruch auf Urlaub/Lohn ab 3 Monaten, arbeitsrechtliche AnsprĂŒche

Anerkennung im Studium

Pflicht zur Anerkennung (mit Bescheinigung/PrĂŒfung)

Keine Pflicht zur Anerkennung (sollte im Vorfeld mindestens abgesprochen werden)

Falls du BAföG beziehst, musst du in beiden FĂ€llen – sowohl bei Pflichtpraktika als auch bei freiwilligen Praktika – eine VergĂŒtung beim BAföG-Amt melden. Eine VergĂŒtung ist bei einem Praktikum natĂŒrlich erst einmal eine positive Sache. Falls du allerdings BAföG erhĂ€ltst, solltest du dich vor deinem Praktikumsstart gut informieren, inwiefern dies dein BAföG beeinflussen kann.

Pflichtpraktika

FĂŒr BAföG gelten hier keine FreibetrĂ€ge. Das bedeutet: Jede VergĂŒtung wird vollstĂ€ndig auf deinen BAföG-Höchstsatz angerechnet – nur die jĂ€hrliche Werbungskostenpauschale (1.230 €) und die Sozialpauschale (22,3 %) werden abgezogen.

Freiwillige Praktika

Sie zĂ€hlen BAföG-rechtlich wie ein normaler Nebenjob. Damit gilt der regulĂ€re Freibetrag von ca. 6.680 € pro 12 Monate (entspricht rund 556 € monatlich). Alles darĂŒber reduziert dein BAföG.

Wichtig zu beachten: Ein Vollzeit-Freiwilliges Praktikum wĂ€hrend der Vorlesungszeit kann dazu fĂŒhren, dass du gar nicht mehr BAföG-berechtigt bist, weil du dem Studium in dieser Zeit nicht im erforderlichen Umfang nachgehst. GrundsĂ€tzlich empfehlenswert von unserer Seite: Lass dich von der entsprechenden BAföG-Kontaktperson beraten lassen, falls dieser Fall auf dich zutreffen sollte.

Lehramtspraktikum im Ausland – lohnt sich das?

Ein Lehramtspraktikum im Ausland ist zwar in den meisten FĂ€llen nicht verpflichtend, aber in vielerlei Hinsicht eine große Chance – persönlich, sprachlich und fachlich. Du lernst andere Bildungssysteme kennen, sammelst Unterrichtserfahrung in einem neuen kulturellen Kontext und entwickelst Kompetenzen, die dich im spĂ€teren Berufsleben klar hervorheben. In manchen StudiengĂ€ngen neuerer Philologien (z. B. Anglistik, Romanistik) kann ein Auslandspraktikum auch ein obligatorisches Auslandssemester ersetzen.

KurzĂŒberblick

  • Interkulturelle Kompetenz stĂ€rken
     
  • Sprachkenntnisse verbessern
     
  • Neue Unterrichtsmethoden kennenlernen
     
  • Förderung möglich z. B. durch Auslands-BAföG, Erasmus+, DAAD oder PAD möglich
     
  • Empfohlener Zeitraum: zwischen 3. und 7. Semester

Warum lohnt sich ein Lehramtspraktikum im Ausland?

Ein Auslandspraktikum kann dir weit mehr als nur einen Tapetenwechsel bieten. Du profitierst von neuen Perspektiven auf Unterricht, PĂ€dagogik und Lernkultur:

  • Du kannst deine interkulturelle Kompetenz im Umgang mit SchĂŒler*innen unterschiedlicher Herkunft erweitern.
     
  • Du kannst deine Sprachkenntnisse verbessern – besonders wertvoll fĂŒr angehende FremdsprachenlehrkrĂ€fte.
     
  • Du lernst neue Unterrichtsformen und -methoden außerhalb Deutschlands kennen, die du spĂ€ter in deinen Unterricht integrieren kannst.
     
  • Du stĂ€rkst FlexibilitĂ€t, Selbstorganisation und ReflexionsfĂ€higkeit, also genau die Soft Skills, die im Lehrer*innenberuf und auch darĂŒber hinaus in der Arbeitswelt als Future Skills entscheidend sind.
     

Ein Auslandspraktikum ist nicht nur eine persönliche Bereicherung, sondern steigert auch deine Berufschancen – insbesondere an Schulen mit internationalen Schwerpunkten. 

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Praktikum an einer Deutschen Auslandsschule (DAS)

Ein Praktikum an einer Deutschen Auslandsschule (DAS) kann fĂŒr dich als Lehramtsstudierende*r aus Deutschland eine attraktive Möglichkeit sein, internationale Erfahrungen zu sammeln, da diese Schulen in der Regel zum großen Teil nach deutschen LehrplĂ€nen unterrichten und der Abschluss von der Kultusministerkonferenz (KMK) anerkannt wird. Deshalb kann ein Praktikum dort von den meisten deutschen Hochschulen ebenfalls angerechnet werden. 

Deutsche Auslandsschulen befinden sich weltweit an rund 135 Standorten. Dort wird meistens auf Deutsch unterrichtet, oft auch bilingual in Deutsch und der Landessprache.

 

🌐 Mehr Informationen zum Auslandsaufenthalten und Finanzierungsmöglichkeiten im Lehramtsstudium findest du in unserem dazugehörigen Artikel.

10:48 Min.

Willkommen an der Deutschen Schule La Paz, Bolivien! (Quelle: Deutsche Schule La Paz, 2018)

Wird ein Auslandspraktikum im Lehramtsstudium anerkannt?

Ja, eine Anerkennung als Pflichtpraktikum ist möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfĂŒllt sind. Du solltest dich unbedingt frĂŒhzeitig mit der entsprechenden Ansprechperson (z. B. aus der Fachdidaktik oder im Praktikumsamt) in Verbindung setzen, um eine mögliche Anerkennung zu besprechen und die damit einhergehenden Bedingungen zu klĂ€ren. Wir empfehlen dir, eine schriftliche BestĂ€tigung oder Genehmigung einzuholen, dass du dir das geplante Auslandspraktikum als Pflichtpraktikum tatsĂ€chlich anerkennen lassen kannst.
 

Wichtige Bedingungen, die je nach Hochschule beispielhaft Voraussetzung sein können, damit dein Praktikum angerechnet werden kann, können die folgenden sein:

  • Das Praktikum sollte inhaltlich und zeitlich einem Pflichtpraktikum in Deutschland gleichwertig sein.
     
  • Du brauchst eine detaillierte Praktikumsdokumentation (z. B. TĂ€tigkeitsbericht, Stundenprotokoll, Feedback).
     
  • Eine Bescheinigung der Schule oder Einrichtung im Ausland kann Pflicht sein.
     
  • Die Zustimmung der Fachdidaktik oder des Praktikumsamts deiner Hochschule kann vorab erforderlich sein.

Also: In der Regel kann dir ein Pflichtpraktikum durch ein Auslandspraktikum ersetzt werden. FĂŒr weitergehende Anerkennungen (z. B. das Praxissemester) ist meist eine Sondergenehmigung nötig.

FAQ - Antworten auf deine Fragen

Kann ich mein Lehramtspraktikum an meiner alten Schule machen?

Ja, in vielen FĂ€llen kannst du dein Lehramtspraktikum an deiner ehemaligen Schule absolvieren – das wird von Hochschulen und Schulen in der Regel akzeptiert, wobei es hierbei auch Ausnahmen gibt, wie zum Beispiel im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig empfehlen wir dir, auch andere Schulen in Betracht zu ziehen. Der Einblick in eine neue, fĂŒr dich neutrale Lernumgebung ist pĂ€dagogisch oft besonders wertvoll: Du erlebst andere Schulstrukturen, Kollegien, Unterrichtsstile und Klassenkulturen und kannst deine Rolle als angehende Lehrkraft ohne bestehende Beziehungen oder Vorannahmen reflektieren.

Kann ich ein Lehramtspraktikum auch online absolvieren?

GrundsĂ€tzlich nein – Lehramtspraktika mĂŒssen in der Regel in PrĂ€senz stattfinden, da Unterrichtsbeobachtungen, Hospitationen und eigenstĂ€ndige Unterrichtsversuche nur vor Ort vollstĂ€ndig bewertet werden können. Ein rein digitales Praktikum wird daher von vielen Hochschulen nicht anerkannt.
 

Online-Formate sind nur in klar definierten AusnahmefĂ€llen möglich, z. B. bei internationalen Schulkooperationen, hybriden Unterrichtsprojekten oder pandemiebedingten Ersatzformaten, die von der Hochschule ausdrĂŒcklich genehmigt wurden. Wenn du ein digitales oder teilweise digitales Praktikum planst, solltest du dies unbedingt vorab mit dem Praktikumsamt oder der Fachdidaktik abklĂ€ren, um spĂ€tere Probleme bei der Anerkennung zu vermeiden.

Werde ich wÀhrend eines Praktikums an einer Schule wÀhrend meines Lehramtsstudiums bezahlt?

Leider ist das eher unĂŒblich. WĂ€hrend eines Praktikums im Lehramtsstudium, insbesondere bei einem Pflichtpraktikum, besteht grundsĂ€tzlich kein gesetzlicher Anspruch auf eine VergĂŒtung. Pflichtpraktika sind durch die Studienordnung vorgeschrieben und dienen der praktischen Ausbildung. Arbeitgeber sind dementsprechend nicht verpflichtet, hierfĂŒr eine Bezahlung zu leisten.​
 

Es kann natĂŒrlich trotzdem vorkommen, dass Praktikumsgeber eine freiwillige AufwandsentschĂ€digung zahlen. Die Höhe dieser VergĂŒtung variiert stark je nach Branche, Region und TrĂ€ger der Schule. Gerade bei Praktika an öffentlichen Schulen ist hĂ€ufig keine VergĂŒtung vorgesehen, wĂ€hrend private TrĂ€ger oder grĂ¶ĂŸere Einrichtungen manchmal Honorare zahlen.​ Rechtlich gilt weiterhin: Pflichtpraktika sind vom Mindestlohn ausgenommen, da sie Teil der Ausbildung sind. Bei freiwilligen Praktika, die lĂ€nger als drei Monate dauern, kann dagegen ein Anspruch auf Mindestlohn bestehen (November 2025: ca. 12,82 € pro Stunde).​

WeiterfĂŒhrende Quellen & Informationen

Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung: Verzahnung von Theorie und Praxis im Lehramtsstudium (2019)
DAAD Programm Lehramt.International (zuletzt aufgerufen am 25.11.2025)
Kultusministerkonferenz (KMK): Sachstand in der LehrkrĂ€ftebildung (2024)
Kultusministerkonferenz (KMK): Standards fĂŒr die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (2022)
Monitor Lehrerbildung – Lehramtsausbildung in Deutschland