„Lohnt sich ein Master-Abschluss für den Lehrberuf?” – Diese Frage erübrigt sich vermutlich, wenn du bereits unser Cluster zum Thema “Lehramt studieren” durchforstet hast. Wenn nicht, bist du hier genau richtig: Du hast vielleicht einen ersten Abschluss (zum Beispiel einen Bachelor of Science) abgeschlossen, möchtest jetzt Lehrer*in werden und fragst dich, wie dein nächster Schritt aussieht und welche Voraussetzungen du erfüllen solltest? Vielleicht hast du auch erst vor Kurzem die Entscheidung getroffen, Lehrer*in zu werden, und bist dabei auf den Q-Master (Quereinstiegsmaster) gestoßen. Egal wie weit du bereits in deiner Recherche bist – dieser Artikel gibt dir einen klaren Fahrplan.
Was ist der Master of Education?
Der Master of Education (kurz: M.Ed.) ist der Abschluss bzw. ein akademischer Grad, der im deutschen Hochschulsystem dem zweiten Qualifikationsschritt für das Lehramt entspricht. Er schließt an einen lehramtsbezogenen Bachelor (B.A./B.Sc./B.Ed.) an und bereitet dich auf den Vorbereitungsdienst (Referendariat) vor. Der Master ist nicht einfach nur „noch ein Master“ – er ist die formale Voraussetzung in den meisten Bundesländern, damit du als Lehrkraft im Schuldienst arbeiten kannst. Wichtig: In Bundesländern mit dem klassischen Staatsexamens-Modell ist der Master nicht zwingend – dort gilt weiterhin das Erste Staatsexamen als Abschluss, das dich zum Einstieg ins Referendariat berechtigt.
Kurzum: Wenn du den Weg Lehramt gehen willst und in einem Bundesland mit Bachelor/Master-Modell studierst, dann ist der M.Ed. dein Schlüssel zur Lehrbefähigung.
Ist der Magister höher als der Masterabschluss?
Nein, der Magister ist prinzipiell nicht höher als der Master – beide gelten in Deutschland als gleichwertige akademische Abschlüsse, die dich zur Promotion berechtigen.
Historischer Vergleich
Der Magister war vor der Bologna-Reform (1999–2010) ein einstufiges Studium (in der Regel 9 Semester, Haupt- und Nebenfächer), das den heutigen Bachelor+Master ersetzte. Seit 2006 werden neue Studiengänge als Master angeboten; Magisterstudiengänge sind Auslaufmodelle (nur ~50 übrig 2025) und werden den Masters gleichgestellt.
Aufbau und Dauer des Masterstudiums Lehramt
Wenn du dein Bachelorstudium abgeschlossen hast, ist der Master of Education (M.Ed.) also der nächste Schritt auf deinem Weg ins Lehramt. In der Regel dauert das Masterstudium vier Semester – also zwei Jahre in Vollzeit – und umfasst 120 Leistungspunkte (ECTS). Damit kommst du zusammen mit deinem Bachelor auf insgesamt etwa 300 ECTS, was der Qualifikationsrahmen für das Lehramt in Deutschland ist.
Der Master ist deutlich praxisnäher als der Bachelor: Du vertiefst deine beiden Unterrichtsfächer, studierst in den Bildungswissenschaften, entwickelst deine didaktischen Fähigkeiten weiter und sammelst wertvolle Praxiserfahrung – zum Beispiel im Praxissemester oder durch Schulpraktika. Am Ende steht die Masterarbeit, in der du ein bildungs- oder fachdidaktisches Thema wissenschaftlich untersuchst.
Wie genau die Module aufgebaut sind, hängt von deiner Schulform ab – also ob du später z. B. an einer Grundschule, Sekundarschule, einem Gymnasium oder einer beruflichen Schule unterrichten wirst. Aber auch je nach Bundesland kann es hinsichtlich der Module und Praxissemester bzw. Praktika Unterscheidungen bezüglich der Vorgaben geben. Nichtsdestotrotz befähigt dich in der Regel jeder Master of Education (bzw. das Erste Staatsexamen) einer deutschen öffentlichen Hochschule zum Einstieg in den Vorbereitungsdienst in allen Bundesländern in Deutschland.
Tabelle 1: Beispiel Inhalte und Struktur des Master of Education
*Zu den Masterarbeiten an manchen Hochschulen können zusätzlich noch Masterprüfungen gehören. Dies hängt von der Prüfungsordnung der jeweiligen Hochschule ab und verändert in der Regel nichts an der Gesamtsumme von 120 ECTS des Masters of Education.
Also: Der akademische Grad "Master" ist essentiell für den Einstieg ins Referendariat und den dazugehörigen Abschluss mit dem Zweiten Staatsexamen, das dir die spätere Lehrbefähigung an öffentlichen Schulen in Deutschland ermöglicht. Allerdings wollen wir dir in den nächsten Schritten ebenfalls Möglichkeiten für dich aufzeigen, auch ohne einen Master of Education in den Vorbereitungsdienst starten zu können.
Welche Schulformen kannst du mit dem Master studieren?
Mit dem Master of Education (M.Ed.) kannst du dich gezielt auf die Schulform vorbereiten, an der du später unterrichten möchtest. In Deutschland gibt es je nach Bundesland und Hochschule verschiedene Wege – diese Schulformen kannst du mit dem Master in der Regel studieren:
- Primarstufe / Grundschule
Hier liegt der Fokus auf frühen Lernprozessen, Didaktik und Pädagogik der Primarstufe.
- Sekundarstufe I (z. B. Haupt-, Real-, Gesamtschule)
verbinden Elemente von Haupt-, Real-, Sekundar- und Gymnasialschulen, daher qualifiziert der M.Ed. für die Sek. I je nach Fächerkombination auch für Unterricht in den entsprechenden Jahrgangsstufen.
- Sekundarstufe II / Gymnasium
Du vertiefst deine beiden Unterrichtsfächer fachlich und didaktisch und bereitest dich auf das Unterrichten in der Sekundarstufe I und II vor. Je nach Bundesland führen weitere Schulen (wie z. B. die Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen) in die Sek. I.
- Berufliche Schulen / Berufskollegs
Der Master kombiniert hier meist ein allgemeinbildendes Fach mit einem berufsfeldbezogenen Schwerpunkt.
- Sonderpädagogik / Inklusionspädagogik
Je nach Bundesland kannst du entweder ein eigenständiges Lehramt für Sonderpädagogik studieren oder Sonderpädagogik als Förderschwerpunkt innerhalb eines anderen Lehramts wählen.
Beim M.Ed. wählst du meist die zwei Unterrichtsfächer, die du bereits im Bachelor studiert hast, um diese fachlich und didaktisch zu vertiefen. Die Fächer bzw. die Kombination dieser bestimmt häufig schon die Schulform, für die du später qualifiziert bist. Die Entscheidung für eine Schulform triffst du entsprechend bereits im Bachelorstudium – auch ganz praktisch erkennbar etwa durch Wahlmodule, Vertiefungen oder Praxisphasen an der jeweiligen Schulform. Viele Studiengänge tragen die Schulform auch ganz konkret im Studiengangstitel.
Voraussetzungen & Zulassung für das Masterstudium Lehramt
Wenn du deinen Bachelor fast in der Tasche hast, ist der nächste Schritt der Master of Education – die entscheidende Phase auf dem Weg ins Lehramt. Falls du einen Hochschulwechsel oder einen Wechsel in ein anderes Bundesland planst, solltest du in der Regel auch mit einem polyvalenten Bachelor für den nächsten Schritt an deiner Hochschule vorbereitet sein. Nichtsdestotrotz – und vor allem falls du einen Wechsel planst – ist es wichtig, schon frühzeitig die Voraussetzungen für das anschließende Masterstudium zu überprüfen.
Passender Bachelorabschluss
Grundlage für den M.Ed. ist in der Regel ein Bachelor of Education oder ein lehramtsorientierter Bachelor of Arts oder Science mit mindestens sechs Semestern (180 ECTS) in den Fächern, die du ebenfalls im Master studieren und im besten Falle später auch unterrichten willst. Auch ein polyvalenter oder fachverwandter Bachelorabschluss kann an manchen Hochschulen ausreichen – wichtig ist, dass die Inhalte zu deinem angestrebten Lehramt passen. In solchen Fällen können Auflagen (z. B. Zusatzmodule in Pädagogik, Sprachnachweise) notwendig sein.
Praktische Erfahrung
Ein Praktikum an einer Schule – etwa das Orientierungs- oder Berufsfeldpraktikum mit rund 25 Schultagen – ist meist Pflicht. Je nach Lehramt (z. B. für Berufskollegs) können längere Praxisphasen oder Praxisphasen an verschiedenen Schulformen erforderlich sein.
Sprachkenntnisse
Einige Hochschulen verlangen zusätzliche Sprachkenntnisse (z. B. Englischkenntnisse), teils auch Nachweise in anderen Fremdsprachen – abhängig von deinen Fächern. Für bestimmte Studienfächer brauchst du zusätzlich das Latinum oder Graecum, dies kann jedoch auch von Hochschule zu Hochschule variieren.
Auswahlverfahren & Unterlagen
Da manche Masterprogramme zulassungsbeschränkt (NC) sind, zählt häufig deine Bachelor-Note. Manche Hochschulen fordern außerdem ein Motivationsschreiben, Eignungsgespräche oder zusätzliche Praxisnachweise. Wenn dir dein Bachelorzeugnis noch nicht vorliegt, kannst du dich oft vorläufig immatrikulieren, sofern du kurz vor Abschluss stehst.
Quereinstieg mit Auflagen
Falls dein Bachelor nicht lehramtsbezogen ist, kannst du dich über Q-Master-Modelle (Quereinstiegsmaster) informieren. Diese ermöglichen dir den Einstieg ins Lehramt mit bestimmten Zusatzleistungen oder Anpassungsmodulen.
Quereinstiegsmaster
Du hast ein Studium abgeschlossen, aber kein klassisches Lehramtsfach studiert – und möchtest trotzdem Lehrer*in werden? Wenden wir uns also den Q-Master-Modelle zu: Q-Master (Quereinstiegsmaster) richten sich in der Regel an diejenigen, die aus spezifischen Fachrichtungen kommen und ihre pädagogischen Kompetenzen gezielt ausbauen wollen, um sich als Lehrkraft in Deutschland zu qualifizieren.
Was ist der Q-Master?
Der Q-Master ist ein Masterstudiengang für Quereinsteiger*innen, die bereits einen Hochschulabschluss besitzen – z. B. in Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Physik, Germanistik oder einer anderen Fachrichtung. Ziel ist es, dir das notwendige pädagogische, didaktische und schulpraktische Wissen zu vermitteln, um später vollqualifiziert als Lehrkraft zu arbeiten.
Im Gegensatz zum klassischen Master of Education (M.Ed.) setzt der Q-Master nicht auf einen lehramtsbezogenen Bachelor auf, sondern gleicht fehlende Lehramtsanteile durch spezielle Module aus. So erhältst du eine umfassende Ausbildung, zum Beispiel in:
- Bildungswissenschaften und Pädagogik
- Fachdidaktik und Unterrichtsgestaltung
- Schulpraktischen Phasen
- Fachwissenschaftlicher Vertiefung
Der Studiengang dauert in der Regel vier Semester in Vollzeit, kann aber je nach Hochschule auch in Teilzeit studiert und verlängert werden. Andere Q-Master bieten bereits qualifizierten Bewerbenden eine besonders kurze Regelstudienzeit, um so schneller in den Vorbereitungsdienst starten zu können, wie dies z. B. in NRW der Fall ist. Besonders gute Chancen haben Bewerber*innen in der Regel aus MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) oder anderen sogenannten Mangelfächern, in denen Lehrkräfte besonders gesucht werden. Der Q-Master qualifiziert dich dementsprechend für den anschließenden Vorbereitungsdienst als Lehrer*in, also das Referendariat. Manche Q-Master werden darüber hinaus als duale Studiengänge angeboten, sodass sich das Referendariat in manchen Fällen sogar verkürzen kann.
Im Folgenden findest du einige Beispiele über erste Standorte und Modelle, die für dich möglich sein können – je nachdem, in welchem Bundesland du planst, langfristig arbeiten zu wollen und welche Fachrichtung als Unterrichtsfach infrage kommt.
Tabelle 2: Beispiele für möglichen Quereinstieg bzw. Q-Master


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