Ärztin oder Arzt werden – ein Ziel vieler Abiturient*innen in Deutschland: Durch das neue Auswahlverfahren beim Hochschulstart und die zusätzlichen Kriterien für die weiteren Auswahlquoten neben der Abiturbestenquote bekommen Abiturient*innen heutzutage die Möglichkeit, ihre Chancen auf einen Studienplatz deutlich zu erhöhen. Leider ändert dies jedoch wenig an der Tatsache, dass der NC für Medizin, Pharmazie & Co. vergleichsweise sehr hoch ist.
Die gute Nachricht: In Deutschland gibt es Wege, den hohen NC in Humanmedizin halbwegs zu umgehen - darunter findet sich zum Beispiel die Landarztquote. Damit bekommst du nicht nur einen Studienplatz, sondern auch eine klare Perspektive – was du allerdings sonst noch für diesen Weg zum Arztberuf beachten solltest, liest du hier.
Was bedeutet „Medizin studieren ohne NC“?
Über den MediRanger oder den NC-Rechner hast du es bereits herausgefunden: Dein Abiturschnitt reicht nicht aus für die klassischen NC-Angaben deutscher Unis… Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen! „Medizin studieren ohne NC“ heißt: Es gibt Wege in den Studiengang, ohne dass dein Abiturdurchschnitt allein über deine Chance entscheidet.
Der NC – kurz erklärt: Der Numerus Clausus (NC) legt fest, welche Abiturnoten nötig sind, um einen Studienplatz zu bekommen. In Medizin liegt er in vielen Bundesländern oft bei 1,0–1,2. Das bedeutet: Nur die Besten bekommen direkt einen Platz (Stichwort: Abiturbestenquote). Für alle anderen kann es alternative Wege geben. Im ersten Schritt solltest du aber unbedingt checken, ob du nicht auch durch die anderen Hauptquoten (Zusätzliche Eignungsquote & Auswahlverfahren der Hochschulen) mit anderweitigen Kriterien deine Qualifikation steigern kannst. Die Kriterien bzw. die Gewichtung dieser ist von der jeweiligen Uni abhängig und findest du aktuell im Downloadbereich von Hochschulstart.
Durch folgende Kriterien kannst du zusätzliche Punkte sammeln:
Warum Landarzt werden?
Neben der Alternative, an privaten Hochschulen oder im Ausland zu studieren, werden im Rahmen der Vorabquote in Deutschland weitere Studienplätze für besondere Vergaben freigehalten - darunter auch die Landarztquote in bestimmten Bundesländern. Ein Medizinstudium ist zum Beispiel auch über die Bundeswehr möglich, allerdings handelt sich hierbei um ein Verpflichtungsmodell, über das du dich in unseren weiteren Artikeln schlau machen solltest.
Das Besondere dabei: Der NC wird tendenziell bis gar nicht gewichtet (je nach Bundesland) - in den Vordergrund treten deine Motivation, Studieneignungstests, mögliche Berufserfahrung und weitere Kriterien. Die Landarztquote bzw. die ÖGD-Quote kann also eine mögliche Alternative für dich sein - und genau darum, soll es im Folgenden gehen.
Landarztquote
Bundesländer reservieren Studienplätze für Bewerber*innen, die später z. B. als Hausärzt*innen in unterversorgten Regionen arbeiten. Hier zählt nicht nur die Note, sondern auch Motivation, Praxiserfahrung und soziale Kompetenz.
ÖGD-Quote
Ähnlich wie die Landarztquote, aber für den öffentlichen Gesundheitsdienst (z. B. Gesundheitsämter). Auch hier geht es um Verpflichtung, Engagement und Eignung – nicht nur um die Zahl auf dem Zeugnis.
Die Landarztquote kann eine Möglichkeit ins Medizinstudium sein, aber auch ein klar vorgegebener Weg in die ärztliche Praxis: Nach dem Studium verpflichtet du dich, für mindestens zehn Jahre als Hausärzt*in in einer ländlichen Region zu arbeiten. Diese Verpflichtung soll die medizinische Versorgung in den unterversorgten Gebieten langfristig absichern.
Tabelle 1: Vorteile und Nachteile der Landarztquote
Falls du dir ein besseres Bild machen möchtest, schau gern mal ins Video: Hier wird u. a. der Weg von Medizinstudent Anton beleuchtet, wie er mit einem Abi-Schnitt von 2,2 durch die Landarztquote sein Humanmedizinstudium an der Uni Marburg aufnehmen konnte.
Landarzt werden ist auch ohne Einser-Abi möglich - was bringt das?
Quelle: hessenschau (2025)
Wo arbeitet man als Landarzt?
Mehrere Bundesländer bieten die Landarztquote an. Wer sich für diese Quote entscheidet, verpflichtet sich nach dem Studium, für mindestens zehn Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region im Bundesland, bei dem man sich beworben hat, tätig zu sein. Du bewirbst dich dementsprechend beim Bundesland deiner Wahl, und nicht wie regulär über Hochschulstart.
Tabelle 2: Bundesländer mit Landarztquote und Bewerbungsfristen
Für Zahnmedizin hat bisher Sachsen-Anhalt die Landarztquote eingeführt. Die Landtierarztquote gibt es zurzeit lediglich in Bayern.
Was steckt dahinter? Die Landarztquote ist eine Maßnahme, mit der viele Bundesländer die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen sichern wollen. Sie ist besonders interessant für dich, wenn du Medizin studieren möchtest, du vielleicht zuvor auch schon eine anerkannte Berufsausbildung absolviert oder Berufserfahrung im medizinischen Bereich gesammelt hast. Hier zählt eben nicht nur deine Note, sondern auch Engagement, Motivation und die Bereitschaft, als Hausärzt*in in einer unterversorgten Region zu arbeiten.
Zusammenfassungsfeld
➡️Sicherung der ärztlichen Versorgung in ländlichen Gebieten
➡️Förderung von Nachwuchsärzt*innen, die sich langfristig in Regionen mit Ärztemangel engagieren
➡️Schaffung einer Win-Win-Situation: Du bekommst einen Studienplatz, die Region bekommt dringend benötigte Ärzt*innen.
Was ist die ÖGD-Quote?
Die ÖGD-Quote (Öffentlicher Gesundheitsdienst) daneben ist ein spezieller Weg, Medizin ohne NC zu studieren – mit dem klaren Fokus auf die Arbeit in Gesundheitsämtern und im öffentlichen Gesundheitswesen. Sie richtet sich an Bewerber*innen, die nicht unbedingt Ärzt*innen werden wollen, sondern gezielt in der Struktur des Gesundheitssystems tätig sein möchten. Bei den folgenden Bundesländern kannst du dich bewerben: Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt.
Was braucht man für die Landarztquote?
Die Vergabe der Plätze läuft über die Bewerberportale der einzelnen Bundesländer. Meist bringen Tests wie TMS oder HAM-Nat zusätzliche Punkte, aber auch persönliche Motivation, Praxiserfahrung und soziales Engagement können zählen. Im Gegenzug verpflichtest du dich, nach dem Studium für etwa zehn Jahre als Hausarzt oder Hausärztin in einer ländlichen Region tätig zu sein. Ein Wechsel in andere Fachrichtungen ist in der Regel nicht vorgesehen, da das Programm gezielt auf die Sicherung der medizinischen Versorgung in unterversorgten Gebieten ausgelegt ist.
Neben diesen formalen Voraussetzungen spielt vor allem deine persönliche Eignung eine entscheidende Rolle. Motivation, Belastbarkeit und die Bereitschaft, sich langfristig in einer ländlichen Gegend einzubringen, werden intensiv geprüft. Wer bereits praktische Erfahrung im Gesundheitswesen gesammelt hat – sei es als Krankenpfleger*in, medizinische*r Fachangestellte:r oder in anderen medizinischen Berufen – bringt wertvolle Pluspunkte mit.
Tabelle 3: Auswahlkriterien der Bundesländer für die Landarztquote
Verpflichtungen & Arbeitsort nach dem Studium
Wer sich für das Medizinstudium über die Landarztquote entscheidet, geht eine langfristige Verpflichtung ein – in der Regel mindestens zehn Jahre als Hausarzt oder Hausärztin in einer ländlichen Region. Diese Dauer stellt sicher, dass die medizinische Versorgung dort, wo sie besonders dringend gebraucht wird, nachhaltig gestärkt wird. Die Fachrichtung ist in der Regel auf die Allgemeinmedizin ausgerichtet, sodass du gezielt als Hausärztin oder Hausarzt tätig wirst und deine Expertise direkt in die Versorgung der lokalen Bevölkerung einbringen kannst.
Damit verbunden ist auch eine vertragliche Bindung: Wer die Verpflichtungen der Landarztquote nicht einhält, muss mit Vertragsstrafen um rund 250.000,00 Euro rechnen, was die Entscheidung für diesen Weg gut überlegt und langfristig verbindlich macht. Gleichzeitig bietet die Landarztquote aber eine sichere Perspektive und einen klaren Karriereweg – vom Medizinstudium direkt in die Praxis als Hausärzt*in.
Checkliste zur Landarztquote
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Schritt 1
Prüfe zuerst, ob du eventuell über das zentrale Quotenmodell bei hochschulstart.de einen Studienplatz bekommen könntest – vielleicht ist der NC dank Kriterien wie TMS, Freiwilligendienst & Co. doch kein Hindernis für dich. Checke dies im Vorfeld mit Online-Tools wie MediRanger oder NC-Rechner.
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Schritt 2
Schau, ob dein Bundesland die Landarztquote anbietet oder ob du dir langfristig (mindestens 10 Jahre) deinen Lebenstandpunkt auch in einer anderen ländlichen Region in Deutschland vorstellen könntest.
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Schritt 3
Informiere dich genau über Bewerbungsfristen und Auswahlkriterien des jeweiligen Bundeslandes deiner Wahl.
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Schritt 4
Bereite dich auf den TMS vor, um im Auswahlverfahren Pluspunkte zusätzlich zu deiner Berufserfahrung zu sammeln. Außerdem: Informiere dich im Vorfeld, ob deine Berufserfahrung, Dienst, Ehrenamt etc. auch tatsächlich im jeweiligen Auswahlverfahren berücksichtigt wird!
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Schritt 5
Verfasse ein überzeugendes Motivationsschreiben, das deine Leidenschaft für die Allgemeinmedizin und deine Bindung an die explizite ländliche Regionen deutlich macht!


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